SDax: LPKF Laser rein, TLG Immobilien raus

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Der Nebenwerte-Index SDax verändert sich. Das Immobilien-Unternehmen TLG scheidet aus, der Maschinenbauer LPKF Laser zieht neu ein. (Foto: Best Backgrounds / shutterstock.com)

Nachdem das Börsenjahr 2020 mit einer kuriosen Index-Umstellung begann (mehr dazu gleich), folgt heute schon die zweite außerplanmäßige Anpassung im Nebenwerte-Index SDax im laufenden Jahr.

Aber der Reihe nach: Im Januar habe ich Ihnen bereits berichtet, dass der Online-Broker Comdirect nach einem sehr kurzen Gastspiel wieder aus dem SDax geflogen ist. Comdirect zog erst im Dezember 2019 ein und musste im Januar dieses Jahres schon wieder seinen Platz räumen.

Hintergrund war die Aufstockung des Anteils an Comdirect durch den Großaktionär Commerzbank. Dadurch dank der sogenannte Freefloat (Aktien im Streubesitz) auf unter 10%. Für die Berücksichtigung im SDax (gilt auch für die anderen bekannten deutschen Indizes DAX, MDax und TecDax) ist aber ein Streubesitz von mehr als 10% Voraussetzung.

Für Comdirect zog das Verkehrstechnik-Unternehmen Vossloh, das erst kurz vorher aus dem SDax geflogen war, wieder in den Nebenwerte-Index ein. Und nun gibt es bereits die zweite außerplanmäßige Anpassung im SDax.

Die zweite außerplanmäßige Anpassung in 2020

In der vergangenen Woche wurde entschieden, dass der Maschinenbauer LPKF Laser wieder in den SDax einzieht und das Immobilienunternehmen TLG Immobilien dafür ausscheidet. Ursache dafür ist, wie im Fall von Comdirect, eine Übernahme.

Durch die Übernahme der TLG Immobilien durch Aroundtown fällt der Streubesitz der TLG Immobilien AG unter die 10%-Grenze. Deswegen flog TLG heute aus dem SDax und LPKF zog ein.

Der nächste Termin für die planmäßige Überprüfung der DAX-Indexfamilie ist der 4. März. Schauen wir uns jetzt noch an, wie sich Index-Anpassungen auswirken (können).

Mögliche Auswirkungen von Index-Anpassungen

Nicht nur Übernahmen lösen Wechsel in den Indizes aus. Index-Anpassungen sorgen u. a. dafür, dass zuletzt erfolglose Unternehmen die großen Indizes verlassen müssen und aufstrebende Unternehmen nachrücken. Das ist einer der Gründe dafür, warum die Indizes trotz vorübergehender Turbulenzen langfristig immer steigen. Die Bremsen werden entfernt. Soweit die allgemeinen Auswirkungen.

Doch was passiert mit den Aktienkursen der einzelnen Unternehmen, die auf- oder abgestiegen sind? Häufig wirkt sich ein Aufstieg positiv auf die Aktien des Aufsteigers aus, ein Abstieg dagegen wirkt sich oftmals negativ auf die kurzfristige Wertentwicklung der Aktien der Absteiger aus.

Der Hauptgrund: Sogenannte Indexfonds (Fonds, die komplette Indizes abdecken) müssen sich mit den Aktien der Aufsteiger eindecken und die Aktien der Absteiger verkaufen.

Dadurch geraten die Aktien der Absteiger unter Druck und die Aktien der Aufsteiger entwickeln sich im Normalfall positiv.

Da es aber weder pauschal so ist, dass die Aufsteiger sich in der Folge positiv entwickeln, noch so, dass die Absteiger sich in der Folge dauerhaft negativ entwickeln, sollten Sie auch nicht pauschal die Aufsteiger kaufen und die Absteiger verkaufen. Prüfen Sie vor dem Kauf oder Verkauf stets die fundamentalen Daten!

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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