SDax: Marktforscher GfK auch im 3. Quartal mit Verlust

Anfang August dieses Jahres brach die Aktie des im SDax notierten Marktforschers GfK an nur einem einzigen Handelstag um 18% ein.

Der Grund: Das Unternehmen erzielte im 1. Halbjahr einen herben Verlust und dampfte daraufhin die Prognose für das Geschäftsjahr 2016 deutlich ein.

Die heute vorgelegten Zahlen zeigen, dass das Unternehmen im 3. Quartal zumindest seine Verluste eindämmen konnte.

Unter dem Strich stand im 3. Quartal ein Minus von 6,6 Mio. €. Für die ersten 9 Monate beläuft sich der Verlust insgesamt auf 139,4 Mio. €.

Im Vorjahres-Zeitraum stand noch ein Gewinn von 51,4 Mio. € zu Buche.

Auch der Umsatz fiel schwächer aus als im Vorjahr. Von Juli bis September erzielte GfK einen Umsatz von 355,3 Mio. € – und damit 4,3% weniger als im Jahr zuvor.

In den ersten 9 Monaten des laufenden Jahres lag der Umsatz bei 1,08 Mrd. € und damit um 3,7% unter dem Vorjahreswert.

Der amtierende Vorstandssprecher Gerhard Hausruckinger kommentierte die Zahlen wie folgt: „Die Entwicklung zeigt ein durchwachsenes Bild, und wir sind noch nicht zufrieden.“

Daran hakt es bei GfK

Hintergrund der negativen Entwicklung sind hohe Abschreibungen auf den Firmenwert im Geschäftsbereich Consumer Experience. Der beschäftigt sich mit dem Verhalten, Wahrnehmungen und Einstellungen von Verbrauchern.

Ziel ist es, Fragen im Hinblick darauf zu beantworten, wer was kauft und warum und wie konsumiert wird.

Dieser Sparte mangelte es zuletzt an Aufträgen. Daher wurde der Wert dieser Sparte nach unten korrigiert. Allerdings lief es hier nach Angaben des Konzerns im zurückliegenden 3. Quartal wieder besser als zuvor.

Die Folgen der schlechten Zahlen

Eine der Folgen der schlechten operativen Lage des Unternehmens ist, dass seit Jahresbeginn weltweit 343 Stellen abgebaut wurden. Der Standort Deutschland war davon allerdings kaum betroffen.

Zudem muss das Unternehmen GfK nach dem Rücktritt des Vorstands-Chefs Matthias Hartmann im August dieses Jahres die Unternehmens-Spitze neu besetzen.

Der noch amtierende Vorstands-Chef Hartmann wird zum Jahresende ausscheiden. Derzeit sucht GfK noch nach einem Nachfolger für den Vorstands-Vorsitz.

Bei GfK-Aktionären ist Geduld gefragt

Großartige Besserung ist erst einmal nicht in Sicht. GfK rechnet mit weiteren schwierigen Monaten.

Trotz inzwischen verbesserter Auftragslage im Bereich Consumer Experience, dem großen „Sorgenkind“ des Unternehmens, wird eine Fortsetzung der bisherigen Umsatz-Entwicklung im laufenden 4. Quartal erwartet.

Daher brauchen GfK-Aktionäre wohl noch etwas Geduld. Das Unternehmen scheint aber bemüht zu sein, die operative Geschäftslage zu verbessern.

„GfK treibt die Transformation des Unternehmens weiter voran und unternimmt alles, um die Ergebnisse zu verbessern“, hieß es seitens des Unternehmens.

Wenn Sie sich für die GfK-Aktie interessieren, sollten Sie aus meiner Sicht zunächst abwarten, bis das Unternehmen wieder operativ an bessere Zeiten anknüpfen kann.

Zum jetzigen Zeitpunkt bietet sich ein Einstieg nur für spekulative Anleger an.

14. November 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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