Seagate: Gewinner des Digitalisierungs-Trends

Haben Sie heute auch schon einmal gemailt oder eine E-Mail empfangen? Dann befinden Sie sich in guter Gesellschaft:

Für das Jahr 2016 geht die Technologie-Marktforschungs-Firma „The Radicati Group“ davon aus, täglich mehr als 215 Mrd. E-Mails versendet und empfangen werden.

Eine riesige Datenmenge wechselt somit täglich den Besitzer. Von dieser Entwicklung profitieren unter anderem die Festplatten-Hersteller, da immer mehr Speicherplatz benötigt wird.

Aus diesem Grund möchte ich Ihnen heute das Seagate-Papier näher vorstellen.

Nachfrage nach Speichermedien wächst

Die zunehmende Digitalisierung sorgt für eine wachsende Nachfrage. Ob Geschäfts-Unterlagen, Fotos oder auch selbstgemachte Filme – alles wird immer irgendwo abgespeichert.

Die Festplatten müssen dabei immer größer, schneller und leistungsfähiger werden.

Mit einem Marktanteil von rund 40% stellt dabei Seagate den zweitgrößten Festplatten-Hersteller der Welt dar. Lediglich Western Digital ist noch etwas größer.

Wenn Sie jetzt erwidern, dass die wichtigen Daten doch in der Cloud abgesichert werden, kann ich Ihnen entgegen:

Diese werden dennoch in Datenzentren abgespeichert, die zunehmende Vernetzung vervielfacht sogar die Datenmenge und sorgen für einen zusätzlichen Bedarf an Speicherplatz.

Dabei scheint das Wachstum in diesem Bereich nahezu garantiert zu sein – Experten gehen davon aus, dass das Daten-Volumen künftig 30 – 40% pro Jahr wachsen wird.

Stellen-Abbau spricht für steigende Gewinne

Obwohl diese Entwicklung schon lange zu erkennen ist, konnte Seagate davon nicht immer profitieren. Vielmehr litt der Konzern unter zu hohen Produktions-Kapazitäten, die dann auf die Marge drückten.

Doch dieses Problem ist inzwischen gelöst – die Kapazitäten wurden reduziert.

Im kommenden Jahr wird mit einer Kapazitäts-Auslastung bei Seagate von rund 90% gerechnet. Dafür wurden im Laufe des Jahres fast 14% der Arbeitsplätze abgebaut, was an den Börsen begrüßt wurde.

Den Geschäften hat es jedenfalls nicht geschadet:

Der Konzern hat seine Umsatz-Erwartung für das laufende Quartal kräftig nach oben geschraubt: Statt 2,3 Mrd. plant Seagate nun einen Quartals-Umsatz von 2,65 Mrd. US-Dollar.

Die Trendwende zeigt sich auch im Aktienkurs: Seit dem Tief im Frühling hat sich das Kursniveau wieder verdoppelt.

Dennoch ist die Notierung immer noch rund 50% unter seinen Höchstständen – daran kann auch die letzte Erholung nicht hinwegtäuschen.

Kennzahlen überzeugend

Und noch etwas spricht für die Aktie, die allgemeinen Kennzahlen: So liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) im kommenden Jahr bei rund 10 – und damit nur halb so hoch wie der Durchschnitt der US-Aktien.

Doch eine andere Zahl lässt die Aktionäre nahezu frohlocken: Es ist die Dividendenrendite von knapp 7%. Und an dieser Dividenden-Politik wird sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern.

Daher ist die Seagate-Aktie auf jeden Fall einen Blick wert.

Allerdings sollten Sie stets im Auge behalten, ob die jüngsten Erfolge beim Konzern-Umbau auch nachhaltig sind, sonst kann es wieder in die andere Richtung mit dem Aktienkurs gehen.

28. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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