Seagate Technology-Aktie: Analystenstudie sorgt für Kurseinbruch

Seagate Technology-Aktie: Festplattenhersteller nach negativer Analystenstudie unter Druck. Renommierter Hedgefonds stellt sich gegen den Trend und stockt seine Position weiter auf (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Unter Beschuss kam gerade die Aktie von Seagate Technology, dem weltweit größten unabhängigen Festplattenhersteller. Erst wurden die Papiere nach Vorlage der Quartalszahlen abverkauft. Dann folgte eine negative Analystenstudie des US-Brokers Goldman Sachs, der die Abwärtsbewegung beschleunigte und alleine am Donnerstag für ein Kursminus von über 7% sorgte.

Ganz im Gegensatz dazu stehen die „Insiderkäufe“ des renommierten Hedgefonds ValueAct Capital Management, der seine Position zuletzt nochmals deutlich aufgestockt hat.

Seagate Technology im Porträt

Seagate Technology ist einer der führenden Hersteller von Festplatten. Das Unternehmen bietet interne und externe Speicherlösungen für Notebooks sowie Desktopcomputer. Der Schwerpunkt des Konzerns liegt in der Entwicklung und dem Vertrieb von Speichermedien für Unternehmen, die branchenunabhängig einsetzbar sein sollen.

Hierbei wird ein besonderer Fokus auf die Produktion von Festplatten gelegt, deren hohe Sicherheitsmodi einen Datenverlust beim Speichern unmöglich machen sollen. Neben den für die Industrie entwickelten Festplatten bietet Seagate ebenfalls 2,5 und 3,5 Zoll Festplatten für private Anwender an. Mit den Serien Pulsar, Savvio, Constellation und Cheetah hat das Unternehmen ‘grüne’ Festplatten entwickelt, die hohe Kapazität mit geringem Energieverbrauch vereinen.

Solides Wachstum im zweiten Quartal

Die vor wenigen Tagen vorgelegten Geschäftsergebnisse für das zweite Quartal konnten sich durchaus sehen lassen. Der Umsatz kletterte von 2,41 auf 2,84 Milliarden Dollar nach oben und lag damit voll im Rahmen der Erwartungen. Noch besser sah es allerdings bei der Gewinnentwicklung aus. Der Nettogewinn verbesserte sich auf 461 Millionen Dollar und lag damit deutlich über dem Vorjahresniveau (114 Millionen Dollar). Je Aktie blieb damit ein Nettogewinn von 1,62 Dollar hängen. Für Sie zum Vergleich: Die Analysten waren im Vorfeld der Zahlen nur von 1,45 Dollar je Anteilsschein ausgegangen.

Dennoch wurde die Aktie nach den Zahlen abverkauft. Das könnte auch am Weggang des langjährigen Finanzchefs Dave Morton gelegen haben, der immerhin 23 Jahre für den Festplattenhersteller tätig war. Einen Nachfolger gibt es bislang nicht.

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Godman Sachs ist nach Kursrally skeptisch

Nach den Quartalszahlen sorgte die Investmentbank Goldman Sachs mit einer negativen Analystenstudie für weiteren Druck bei der Aktie. Nach der starken Kursentwicklung (+62% in 2017) senkten die Analysten den Daumen und taxieren den fairen Wert nunmehr mit 44 Dollar (vorher: 50 Dollar). Trotz des jüngsten Kursrückgangs liegt der momentane Aktienkurs mit 50 Dollar noch ein gutes Stück oberhalb des Kursziels der Banker.

Als Grund für die negative Einschätzung führt der Analyst den Branchenzyklus, der nahe seinem Höhepunkt ist und eine mögliche Marktsättigung an. So hält der Analyst einen möglichen Preisrutsch bei einzelnen Speichermedien von bis zu 40% für möglich.

Hedgefonds stockt seine Position auf

Der renommierte Hedgefonds ValueAct Capital Management, der in den vergangenen Jahren eine herausragende Performance erzielte, schätzt die Situation offenbar komplett anders ein und stockte zuletzt seine Position nochmals deutlich auf. Seit Ende Juli kaufte der Investor weitere 946.000 Aktien zu Kursen zwischen 52,65 und 52,94 Dollar. Insgesamt legte der Großanleger für den Kauf knapp 50 Millionen Dollar auf den Tisch.

Mittlerweile hält ValueAct 23,35 Millionen Aktien und damit 7,47% aller ausstehenden Aktien des Konzerns. Die ersten Käufe tätigte der Hedgefonds bereits im zweiten Quartal 2016. Danach wurde die Position bis zum dritten Quartal 2017 ausgebaut. Die Käufe diesen Juli sind die ersten Zukäufe seit drei Quartalen. Mit seiner Gesamtposition ist ValueAct mittlerweile knapp 50% in der Gewinnzone.

Satte Dividendenrendite

Auch wenn Seagate ein Technologiekonzern ist, Anleger erhalten bei dem Unternehmen auch eine ordentliche Dividendenrendite. Zuletzt schüttete der Konzern 63 Cent im Quartal an seine Anleger aus. Auf das Jahr hochgerechnet ergibt sich damit eine Dividendenzahlung von 2,52 Dollar, was einer Dividendenrendite von aktuell 4,9% entspricht.

Sollte keine deutliche Abschwächung des Geschäfts eintreten, dann scheint auch die Bewertung nicht überzogen. Die durchschnittlichen Gewinnschätzungen aller Analysten liegen bei 5,8 Dollar für nächstes Jahr. Damit handelt die Aktie momentan gerade einmal mit dem 8-Fachen des erwarteten Jahresgewinns.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.