Henkel: Selbermachen liegt im Trend

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Zahlreiche starke Marken schlummern im Portfolio des Düsseldorfer Konsumgut-Spezialisten Henkel. Kann das Unternehmen seine Vorteile ausspielen? (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Wenn es um Produkte des alltäglichen Lebens geht, haben wir alle unsere Lieblings-Marke.

Wenn man sich das Portfolio von Henkel einmal genauer ansieht, treten einige namhafte Marken zutage. Für Hersteller von Konsumgütern sind starke Marken ein großer Vorteil.

Die Kunden kommen von alleine und jeder kennt die jeweiligen Produkte. Doch kann Henkel diesen Vorteil auch wirklich ausspielen?

Henkel AG & Co. KGaA ist ein weltweit führender Konsumgüter-Hersteller.

Auf dem traditionellen Gebiet der Waschmittel (Persil, Pril) ist Henkel in Europa genauso die Nr. 3 wie mit seiner Kosmetika-Sparte (Fa, Schwarzkopf).

Bei Konsumenten-Klebstoffen (Patex, Pritt) ist der Konzern weltweit die Nr. 1.

Im industriellen Bereich der Sparte Adhesive Technologies führt Henkel mit Konstruktions-Klebstoffen und Oberflächen-Reinigungstechnik ebenso den Weltmarkt an.

Kauft Henkel zu?

Henkel hat ein hervorragendes Geschäftsjahr abgeschlossen. Trotz der schwierigen Marktbedingungen und der Konjunktur-Probleme stieg der Umsatz um 10,1% auf rund 18 Mrd €.

Der Gewinn verbesserte sich dabei um 18% auf 1,9 Mrd €. Ohne die schwächelnde Wirtschaft in Asien und Lateinamerika wären die Ergebnisse sogar noch besser ausgefallen.

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Alle Unternehmens-Bereiche verzeichneten ein organisches Wachstum und verbesserten ihre Ertragskraft.

Um den profitablen Wachstumskurs weiter zu forcieren, setzt Henkel auf externes Wachstum: Geplant ist die Übernahme des US-Konsumgüter-Herstellers Vogue.

Nachdem Henkel das Bieter-Rennen um die Procter & Gamble-Tochter Wella letztes Jahr verloren hatte, steht jetzt schon wieder ein Shampoo-Hersteller auf der Liste der möglichen Akquisitionen:

Nach Insider-Informationen hat Henkel bereits ein erstes Gebot für Vogue abgegeben. Der vorgeschlagene Kaufpreis soll zwischen 2,5 bis 3 Mrd. $ liegen. Auf Nachfragen lehnte Henkel jede Stellungnahme ab.

Klar ist nur, dass der Düsseldorfer Konzern genug freie Mittel für einen Zukauf in dieser Größenordnung hätte und sich das Produkt-Portfolio von Vogue wunderbar in die bestehende Konzern-Struktur eingliedern lassen würde.

Weitere Interessenten – neben Henkel – sind Unilever und L’Oréal. Wer letztendlich das Rennen machen wird, bleibt abzuwarten.

Wir gehen davon aus, dass Henkel nach der geplatzten Wella-Übernahme jetzt erst recht zuschlagen wird. Wegen der damit verbundenen Risiken erwarten wir weiterhin eine durchschnittliche Kursentwicklung.

Anleger warten besser noch ab

An der Aktie gefällt uns vor allem die gute Wachstums-Perspektive. Auch die Dividende von 1,4% ist nicht unattraktiv. Anleger sollten dennoch noch etwas abwarten.

Henkel stehen einige Sonderbelastungen ins Haus. Solche Effekte drücken den Kurs oftmals gerade in einem allgemein angespannten Marktumfeld. Ansonsten sieht die Aktie von Henkel aber gut aus.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.