Seltene Erden: Aktien, die noch viel Potential bieten

Seltene Erden und Tantal: Begriffe, die den meisten Insvestoren noch unbekannt sind. Das wird sich ändern, denn diese Aktien haben Potential (Foto: aphotostory / Shutterstock.com)

Nordafrika, Japan und die obligatorische Schuldenproblematik in Europa beherrschen aktuell die Schlagzeilen.

Das hat dazu geführt, dass eine wichtige strategische Übernahme im Rohstoffsektor von den Investoren fast übersehen wurde. Nämlich Seltene Erden und Tantal!

Seltene Erden und Tantal: Die strategische Positionierung hat begonnen

Vermutlich werden Sie mit dem Firmennamen AS Silmet herzlich wenig anfangen können, es sei denn, Sie arbeiten in der Branche und wissen daher, dass das im estnischen Tallinn beheimatete Unternehmen einer der führenden Verarbeiter von Seltenen Erden und Tantal in Europa ist.

Als solches nimmt es eine Schlüsselstellung ein und zieht daher auch ausländisches Interesse auf sich.

Am 4. April gab die im amerikanischen Bundesstaat Colorado beheimatete Molycorp Inc. bekannt über ihre 100%-ige Tochtergesellschaft Molycoprp Minerals mit einem Anteil von 90,023% die Mehrheit an AS Silmet übernommen zu haben.

AS Silmet beschäftigt rund 550 Mitarbeiter und unterhält drei Fabriken, in denen die Seltenen Erden Metalle getrennt und aufbereitet werden. Pro Jahr produziert das Unternehmen bis zu 3.000 Tonnen Seltene Erden Produkte und 700 Tonnen seltene Metalle.

Verkauft werden die Produkte sowohl in die EU als auch nach Russland. Aber auch nord- und südamerikanische sowie asiatische Unternehmen stehen auf der Kundenliste.

Molicorp selbst ist mit einer Jahresproduktion von gut 3.000 Tonnen der einzige Seltene Erden Produzent der westlichen Hemisphäre.

Noch vor gut drei Jahren war der Begriff der Seltenen Erden den meisten Investoren total unbekannt. Man nutzte eifrig Produkte, die sich der besonderen Eigenschaften dieser Metalle bedienten.

Das Innenleben dieser zumeist „grünen“ (Windkrafträder, Batterien für Hybridautos) oder sehr technischen Produkte (Mobiltelefone) kümmerte Investoren wenig.

Chinas Exportrestriktionen verändern die Rohstoffwelt

Das änderte sich in den letzten zwei Jahren schlagartig, nachdem China den Export der Seltenen Erden zunehmend einschränkte und der Markt wegen der nun aufkommenden Knappheit in helle Aufregung versetzt wurde.

Weil China noch immer den Markt kontrolliert und für über 90% der Seltenen Erden Produktion verantwortlich zeichnet, wird nun eifrig nach Alternativen gesucht.

Anleger, die frühzeitig auf diesen Trend aufmerksam geworden sind, sitzen heute bereits auf stattlichen Gewinnen, denn die Kurse von Aktien wie Molycorp oder der australischen Lynas sind in der Zwischenzeit mehr oder weniger durch die Decke gegangen.

Die Aktien der Molycorp konnten Sie beispielsweise noch im August 2010 zu Preisen um 10 Euro einsammeln. Heute müssen rund 46 Euro für einen Anteilsschein auf den Tisch gelegt werden.

Ob es jetzt, da Molycorp mit einem KGV von 155 bewertet wird, immer noch sinnvoll ist in gerade diesen Wert einzusteigen, das lassen wir an dieser Stelle mal dahingestellt sein. In jedem Fall ist der Sektor als solcher aussichtsreich und für Investoren immer noch sehr spannend.

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Gelingt es Molycorp seine „Mine-to-Magnete“-Strategie erfolgreich umzusetzen und bis 2012 die erste Phase der Modernisierung und Erweiterung seiner Mountain Pass Mine abzuschließen, so wird die Seltene Erden Produktion auf ein Äquivalent von 19.050 Tonnen pro Jahr ansteigen.

Bis Ende 2013 soll die Produktion sogar auf 40.000 Tonnen gesteigert werden. Den eigenen Kunden angeboten werden soll eine breite Palette von Seltenen Erden Produkten, darunter hochreine Oxide, Metalle, Legierungen und Permanentmagnete.

Der AS Silmet Zukauf hat Signalcharakter

Mit dem Erwerb der AS Silmet Gruppe expandiert Molycorp gleich in doppelter Richtung. Anders als sonst in der Branche üblich wird keine weitere Mine zugekauft, sondern ein Verarbeiter, also ein weiteres Glied in der Wertschöpfungskette. Das ist die eine Richtung der Expansion.

Die zweite Richtung betrifft die von AS Silmet vertriebenen Metalle. Neben den Seltenen Erden ist AS Silmet als wichtiger Hersteller der strategischen Metalle Niob und Tantal bekannt.

Niob wird in der Stahlindustrie zum Härten der Stähle verwendet und ohne Tantal läuft in der modernen Computer- und Kommunikationswelt so gut wie gar nichts.

Molycorp jüngste Akquisition ist bezeichnend und sie kann für uns Investoren durchaus einen gewissen Signalcharakter haben. Nach der Transaktion kann AS Silmet Seltene Erden Rohprodukte aus dem Molycorpwerk in Kalifornien beziehen.

Durch diese Geschäftsverbindung wird AS Silmet als erster Seltene Erden Oxid- und Metallhersteller unabhängig von Rohstofflieferungen aus China. Das ist in der gegenwärtig angespannten Versorgungslage ein wichtiger Vorteil.

Der Signalcharakter ergibt sich aus den beiden anderen Metallen Niob und Tantal, denn bei aller berechtigten Euphorie über die Chancen, die der Markt für Seltene Erden im Moment bietet, haben viele Investoren die strategischen Metalle Niob und Tantal glatt übersehen.

Abzulesen ist dies beispielsweise am Kurs einer Commerce Resources, bis vor wenigen Jahren ein reiner Tantal Developer. Inzwischen verfügt Commerce auch über ein sehr aussichtsreiches Seltene Erden Projekt.

Das hat maßgeblich dazu beigetragen, dass sich der Kurs in den letzten Monaten von den Tiefständen von 2009 wieder erholen konnten.

Aber die alten Höchststände aus der Zeit, da es nur um das Tantal ging, die sind noch lange nicht erreicht.

Mit anderen Worten: Gekauft und im Kurs nach oben getrieben wurde die Aktie in den letzten Monaten vor allem wegen der Phantasie im Bereich Seltene Erden und das Tantal bekamen die Käufer fast geschenkt dazu.

Ob Commerce Resources zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein guter Kauf ist und mit welchen anderen Investments Sie von der angespannten Situation im Seltenen Erden Bereich profitieren können, das erfahren Sie im Rohstoff Depot meiner Kollegin Ingrid Heinritzi.

Nähere Informationen dazu finden Sie hier 


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.