Seltene Erden: Kursprung bei den Aktien – was steckt dahinter?

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Ein deutlicher Anstieg der Marktpreise vor allem bei den schweren Seltenen Erden hat für deutliche Zuwächse in der Branche gesorgt. (Foto: aphotostory / Shutterstock.com)

Immer mal wieder taucht das Thema Seltene Erden in den Schlagzeilen auf. Seit dem Hoch 2011 bei den Preisen und den Kursen der Aktie aus dem Sektor hat es jedoch hauptsächlich noch negative Nachrichten gegeben.

Jetzt legen Aktien wie Avalon Rare Metals bei hohen Volumina an einem Tag um mehr als 10% zu – und das ohne unternehmensspezifische Nachrichten. Was steckt dahinter?

Die aktuellen Zuwächse sind sicherlich ein Zeichen für eine Neubewertung des Sektors. Und die ergibt sich daraus, dass die Preise vor allem bei den schweren Seltenen Erden seit Juli deutlich zulegen.

Nur noch mal zur Erklärung: Seltene Erden sind eine Gruppe von insgesamt 17 Elementen, die in zahlreichen High-Tech Anwendungen benötigt werden. Dabei wird die Gruppe in die leichten und die schweren Seltenen Erden unterteilt.

Da China bislang bei den Seltenen Erden im Allgemeinen und den schweren Seltenen Erden im Besonderen den Großteil des Angebots zur Verfügung stellt, geraten eben mögliche neue Produzenten außerhalb Chinas immer mal wieder in den Fokus. Und hier nimmt Avalon Rare Metals eine Schlüsselrolle ein.

Ich verfolge die Entwicklung bei Avalon Rare Metals schon seit mehr als vier Jahren. Und das Unternehmen hat im Vergleich zur Branche einen großen Vorteil: Durch die jetzt schon erfolgte Arbeit am Projekt kann Avalon Rare Metals schon 2017 die Produktion starten.

Dabei ist der große Anteil der schweren Seltenen Erden von großer Bedeutung. Hierzu zählt u.a. Dysprosium, das extrem wichtig für die Herstellung von Hochleistungsakkus ist wie sie in Hybridfahrzeugen zum Einsatz kommen.

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Bei diesem Spezialmetall hat der Preis allein seit Juli um mehr als 100 Dollar pro Kilogramm auf mehr als 700 Dollar zugelegt

Avalon Rare Metals: Fortgeschrittener Explorer startet wieder durch

Avalon Rare Metals hat an der Heimatbörse jetzt wieder die 1,00 Dollar Marke überwunden – zum ersten Mal seit Mitte Mai. Der Zuwachs in den vergangenen Monaten beläuft sich sogar auf 85% seit dem Tief Ende Juni. Dennoch liegt der Börsenwert von Avalon Rare Metals nur noch bei rund 100 Mio. Dollar.

Und das hat einen einfachen Grund: Das Unternehmen steht vor einer massiven Finanzierung, denn das Nechalacho Projekt wird laut der schon vorliegenden Machbarkeitsstudie rund 1,6 Mrd. Dollar kosten.

Doch allein mit dieser Studie, die in Summe rund 70 Mio. Dollar gekostet hat, befindet sich Avalon Rare Metals schon sehr viel weiter als die Masse der anderen Unternehmen aus der Branche.

Grundsätzlich bleibt diese Branche – vor allem auch nach den jüngsten starken Zuwächsen – sehr risikoreich.

In der jüngsten Vergangenheit hat es eben gerade nach kurzfristigen Aufwärtstrends wieder massive Gewinnmitnahmen gegeben. Das Risiko besteht auch jetzt wieder.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.