Seltene Erden Produzent Molycorp: Verluste werden immer größer

Vom früheren Glanz ist bei den Seltenen Erden nicht mehr viel übrig. Die Preise stagnieren und für die Unternehmen der Branche wie Molycorp rücken operative Gewinne in weite Ferne. (Foto: aphotostory / Shutterstock.com)

Derzeit haben es viele Rohstoffe schwer. Das liegt vor allem an den niedrigen Marktpreisen. Beim Blick auf die Rohstoffmärkte konzentriert sich der Blick zumeist auf die gängigen Rohstoffe wie Edelmetalle oder Industriemetalle.

Doch das Angebot ist deutlich größer. Hier bei den „Rohstoff-Giganten“ schaue ich auch regelmäßig auf die kleineren Sektoren der Branche.

Ein spannender Sektor mit Zukunftspotenzial sind hier sicherlich die Seltenen Erden. Unter dem Begriff der Seltenen Erden sind insgesamt 18 verschiedene chemische Elemente zusammengefasst, die aber in dem Bereich der Metalle fallen. Molycorp aus den USA ist einer der Weltmarktführer – das gilt aber nur für die Produktion außerhalb Chinas.

China beherrscht den Markt für Seltene Erden wie kaum ein anderes Rohstoffsegment. Derzeit stammen noch weit über 90 % der weltweiten Produktion aus China. Außerhalb Chinas nimmt aber Molycorp die Nummer eins ein.

Trotz deutlich sinkender Kosten fährt Molycorp immer größere Verluste ein

Wie angespannt die Lage bei den Seltenen Erden ist, zeigen die jetzt vorgelegten 2014er Bilanzdaten von Molycorp. Das Unternehmen hat die Produktion deutlich nach oben geschraubt.

World Luxury Index: Der Luxus-Boom ist ungebremstAuf Sicht eines Jahres ist der World Luxury Index um fast 29 % gestiegen. Wie kommt es zu dem Anstieg bei Tiffany, Boss, Dior und Co.? › mehr lesen

Ausgehend von 3.473 t im Jahr 2013 ging die Produktion im vergangenen Jahr um 37 Prozent auf 4.769 t nach oben. Gleichzeitig sanken die Produktionskosten deutlich. Allein vom dritten zum vierten Quartal gelang Molycorp hier Rückgang um 38 %.

Doch was nützt das einem Unternehmen, wenn es kein Geld verdient? Bei einem Umsatz von 475 Millionen Dollar im vergangenen Jahr blieb ein operativer Verlust von annähernd 100 Millionen Dollar. Der Jahresverlust lag mit 607 Millionen Dollar deutlich oberhalb des Umsatzes. Das liegt an den massiven Abschreibungen des Unternehmens.

Diese Zahlen verdeutlichen Ihnen einmal mehr: mit Seltenen Erden ist aktuell kein Geld zu verdienen. Im Endeffekt verbrennt Molycorp mit jedem Kilogramm Seltene Erden das verkauft wird weiteres Geld. Eine Trendwende hin zu einer ertragreichen Produktion ist nur dann möglich, wenn der Weltmarktpreis für die Seltenen Erden deutlich ansteigt.

Da der gesamte Rohstofftrend derzeit allerdings mehr auf weiter fallende Kurse hindeutet, sind auch die Perspektiven für die Seltenen Erden eher schwach. Ich präsentiere Ihnen dieses Beispiel Molycorp auch, um Ihnen zu zeigen, wie wichtig die Rolle der Marktführer einer Branche ist.

Stehen Sie vor der Entscheidung in einen bestimmten Rohstoffsegment aktiv zu werden, sollten Sie auf jeden Fall genau schauen, wie es um die Marktführer bestellt ist. Wenn es denen schon nicht gelingt, Gewinne zu erzielen, sollten Sie lieber die Finger von solchen Rohstoffsektoren lassen.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.