Sensationell, was man aus 300 Dollar machen kann

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Der Spezialist für Sportausrüstungen profitiert von der rasanten Zunahme der Outdoorfans, die für gute Geschäfte mit Ausrüstungen für Bergtouren und Camping sorgen. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Wenn Sie Freizeitaktivitäten an der frischen Luft lieben, dann ist Dicks‘ Sporting Goods genau das richtige Unternehmen für Sie. Der Spezialist für Sportausrüstungen profitiert von der rasanten Zunahme der Outdoorfans, die für gute Geschäfte mit Ausrüstungen für Bergtouren und Camping sorgen.

Mach dein eigenes Ding

Dick Stack arbeitete in einem Armeeshop in Binghampton, Bundesstaat New York, und war ein begeisterter Angler. Und so unterbreitete er seinem Chef den Vorschlag, auch Anglerzubehör in das Sortiment aufzunehmen. Doch der hielt das für ein wenig aussichtsreiches Geschäft. Dick kündigte fristlos, fuhr aufs Land zu seiner Großmutter, wo er einen Großteil seiner Kindheit verbracht hatte, und erzählte ihr von seiner Idee. Die Großmutter fragte, was ein eigenes Geschäft wohl kosten würde. Dick schätzte den Betrag auf 300 $. Seine Großmutter holte die Keksdose vom Schrank, wo sie ihre Ersparnisse aufbewahrte, gab Dick 300 $ mit den Worten: „Mach dein eigenes Geschäft auf.“

Seit 72 Jahren dick im Geschäft

Und das machte er auch. Gerade 18 Jahre alt, eröffnete Dick Stack 1948 mit dem Geld seiner Oma ein Geschäft für Angelköder und -zubehör. 1958 erweiterte er das Angebot, verkaufte jetzt auch Sportartikel und eröffnete ein zweites Geschäft: Dick’s Sporting Goods war geboren. Heute führt sein Sohn Edward die Geschäfte. Er hat das Unternehmen seines Vaters kontinuierlich zu Amerikas größtem Sportartikelhändler gemacht. Der Freizeit-Konzern betreibt 726 Dick’s Sporting Goods Läden in 47 Staaten und 125 Concept Stores. Zu den Concept Stores gehören die Golf Galaxy Läden und Field & Stream Fachgeschäfte. Die Produkte werden auch über eine eCommerce-Plattform angeboten.

Corona-Pandemie verdirbt das Geschäft

Dick’s Sporting Goods hat es in den vergangenen 10 Jahren geschafft, pro Jahr den Umsatz durchschnittlich um knapp 11% und den Gewinn um 10,5% zu erhöhen. Doch im 1. Quartal gingen durch die Corona-Pandemie der Kundenverkehr und die Nachfrage erheblich zurück. So brach der Umsatz um 30,6% auf 1,33 Mrd. $ ein. Der Umsatz auf vergleichbarer Fläche ging um 29,5% zurück.

E-Commerce ist auf dem Vormarsch

Nach Schließung der Geschäfte stieg der Umsatz im E-Commerce-Channel um 210%. Der neue kontaktlose Abholservice am Straßenrand hat dabei über 40% des Online-Geschäfts ausgemacht. Insgesamt stieg der Online-Umsatz am Gesamtumsatz von 13 auf 39%. Unterm Strich fuhr Dick’s Sporting Goods einen Verlust von 143,4 Mio. $ ein. Darin enthalten sind 41,8 Mio. $ Kosten für die Sicherheit der Mitarbeiter und Wertminderungen von Lagerbeständen.

Mit Vorsichtsmaßnahmen durch die Krise

Als Reaktion auf die Auswirkungen von COVID-19 hat Dick’s Sporting Goods seine Geschäftstätigkeit angepasst und eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen getroffen: 1. Deutliche Reduzierung der Betriebskosten und Lagerbestände. 2. Reduzierung der geplanten Investitionen und vorübergehende Aussetzung des Aktienrückkaufprogramms. 3. Verlängerung der Zahlungsbedingungen mit den Lieferanten und Verhandlungen über Mietstundungen und -minderungen mit den Vermietern. Mit einer Wandelanleihe im Nennwert von 575 Mio. $ wird der Konzern die Krise überstehen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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