Serie schlechter Konjunkturnachrichten reißt nicht ab

Auch in der vergangenen Woche gab es einige schlechte Nachrichten. Trotzdem wird immer noch vom Wirtschaftsboom gesprochen. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Nach wie vor ist überall zu lesen, dass sich Deutschland in einem Wirtschaftsboom befindet. Diese Phase der Hochkonjunktur soll noch weit über 2018 hinaus anhalten. So oder so ähnlich lauten die offiziellen Prognosen. Niemand, aber auch wirklich niemand, will schon jetzt die ersten dunklen Wolken am Konjunkturhimmel erkennen. Das war im übrigen 2006/20077 oder 1999/2000 sehr ähnlich.

Heute wie damals wird immerzu von starkem Wirtschaftswachstum gesprochen. Die Risiken werden ausgeblendet, ja ignoriert. Spannend ist auch, dass es aber schon jetzt etliche harte Fakten gibt, die zumindest etwas Wasser in den Konjunktur-Optimismus-Wein fließen lassen. Auch in der vergangenen Woche kamen von der Nachrichtenfront insofern einige negative Überraschungen.

Industrie erleidet Auftragsrückgang

Am vergangenen Donnerstag vermeldete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf offizielle Zahlen des Wirtschaftsministeriums in Berlin, dass die deutsche Industrie mit einem unerwartet starken Auftragsschwund ins Jahr 2018 gestartet sei. Die Unternehmen erhielten im Januar 3,9 Prozent weniger Bestellungen als im Vormonat. Dabei handelt es sich um den kräftigsten Rückgang seit einem Jahr.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Minus von 1,6 Prozent gerechnet. Interessant auch, woher das Auftragsminus kam. Die Aufträge aus dem Inland schrumpften zum Jahresauftakt im Vergleich zum Vormonat um 2,8 Prozent, die Auslandsaufträge um 4,6 Prozent. Und hier stach das Minus der Bestellungen aus der Euro-Zone mit 5,9 Prozent besonders heraus.

Schrumpfende Exporte

Einen Tag später, am Freitag, meldete ebenfalls Reuters unter Berufung auf das Statistische Bundesamt, dass die deutschen Exporte im Januar völlig überraschend rückläufig gewesen seien. Und zwar um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Das ist schon beachtlich, zumal von Reuters befragte Ökonomen mit einem Wachstum von 0,3 Prozent gerechnet hatten.

Erwähnenswert auch, dass schon im Dezember 2017 eine Stagnation der Exporte zu verzeichnen war. Hinzu kommt, dass die Importe ebenfalls um 0,5 Prozent fielen. Damit aber nicht genug. Reuters meldete des weiteren, dass die Produktion im Januar rückläufig war. Industrie, Bau und Versorger stellten zusammen 0,1 Prozent weniger als im Dezember 2017 her. Von Reuters befragte Experten hatten hier mit einem Wachstum von 0,5 Prozent gerechnet.

Ja, liebe Leser, die Serie negativer Überraschungen aus der deutschen Wirtschaft reißt nicht ab. Noch mag es etwas zu früh sein, eine Rezessionswarnung auszusprechen. Wir werden jedenfalls weiter extrem wachsam sein, um von der faktischen Realität im Gegensatz zur breiten Masse nicht negativ überrascht zu werden.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt