ServiceNow schluckt KI-Startup

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ServiceNow mit KI-Zukauf in Kanada: Intelligente Funktionen sollen die Plattform noch attraktiver machen - und der Firmenboss schraubt Jahresprognose nach oben. (Foto: ESB Professional / shutterstock.com)

Der EX-SAP-Boss Bill McDermott gibt auch nach seinem Wechsel zum US-IT-Konzern ServiceNow richtig Gas. Dabei setzt der Manager nicht nur auf organisches Wachstum – auch Zukäufe sollen bei der Umsetzung der ambitionierten Wachstumsstrategie eine wichtige Rolle spielen. Gerade erst hat ServiceNow in Kanada zugeschlagen und das auf Künstliche Intelligenz fokussierte Unternehmen Element AI geschluckt.

Bei den Aktionären kommt die Strategie offenbar gut an. Die Papiere des US-Technologiekonzerns kletterten zuletzt auf ein neues Allzeithoch. Nach der rasanten Kursentwicklung (+87% seit dem Jahreswechsel) liegt der Börsenwert der Firma bei stolzen 103 Milliarden Dollar.

Wer hinter ServiceNow steckt

Trotz der immensen Börsenkapitalisierung dürfte ServiceNow hierzulande nicht jedem Anleger geläufig sein. Daher noch ein paar Hintergründe: ServiceNow ist ein US-amerikanisches Technologieunternehmen mit Sitz in Santa Clara, Kalifornien. Der Konzern bietet eine Cloud Computing Plattform, mit der Unternehmen manuelle Arbeitsweisen durch digitale Workflows ersetzen können.

Die NOW Plattform wird zentrales Nervensystem eines Unternehmens: Mit der Plattform können alle Prozesse entlang der Unternehmens-IT, des Personalwesens und der Kundenzufriedenheit (Support) digitalisiert werden. Der Fokus liegt dabei auf IT und Großkonzernen mit mehreren 10.000 Mitarbeitern, den 1.000 wertvollsten Unternehmen der Welt. Hier gibt es am meisten Digitalisierungspotential. Jeder zusätzlich gewonnene Prozentpunkt an Einsparungen bedeutet für die Kunden enorme Effizienzgewinne.

Vierte Übernahme in diesem Jahr

Um die Attraktivität der Plattform zu erhöhen, greift Firmenboss Bill McDermott nun nach dem kanadischen Start-Up Element AT. Nach Loom Systems, Passage AI und Sweagle ist der Element AI-Deal bereits der vierte KI-Zukauf in diesem Jahr.

Erwartet wird ein Abschluss der Transaktion bereits Anfang 2021. Element AI hat über mehrere Finanzierungsrunden seit 2016 insgesamt rund 250 Mill. Dollar an Investorengeldern eingesammelt. Wieviel ServiceNow für den M&A-Deal nun auf den Tisch legen musste, wurde bislang aber nicht veröffentlicht.

Element AI – ein Spezialist für Künstliche Intelligenz

Element AI wurde in 2016 gegründet und hat sich auf Anwendungen von künstlicher Intelligenz (KI) auf Text und Sprache, Chat, Bilder, Suche, Beantwortung von Fragen und Zusammenfassungen spezialisiert. Damit liegt der Hintergrund der Übernahme auf der Hand: Die Lösungen der Kanadier sollen auf der ServiceNow-Plattform nativ beschleunigen werden. Mit der Übernahme von Element AI will ServiceNow zudem einen KI Innovation Hub in Kanada einrichten, um kundenorientierte KI-Innovationen auf der Now-Plattform zu integrieren.

Der AI Innovation Hub von ServiceNow in Kanada folgt ähnlichen Investitionen des Unternehmens zur Schaffung von Technologieentwicklungszentren in Chicago, Hyderabad, Kirkland, Washington, San Diego und Silicon Valley.

ServiceNow feuert operativ auf allen Zylindern

Operativ lief es zuletzt bei dem US-Konzern ausgesprochen rund. Die Umsätze kletterten im abgelaufenen Quartal um 27% auf 1,14 Milliarden Dollar. Dabei erhöhten sich die Abo-Erlöse um 31% auf 1,09 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie lag mit 1,21 Dollar deutlich über den Markterwartungen (1,03 Dollar). Zugleich schraubte der Konzern seine Erwartungen für das Gesamtjahr nach oben: Nun sollen die Abo-Erlösen um 34% auf 4.257 bis 4.262 Milliarden Dollar ansteigen. Bislang war das Unternehmen von 4.185 bis 4.20 Milliarden Dollar ausgegangen.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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