Setzen Sie 2015 auch auf zyklische Aktien

2014 war unterm Strich kein gutes Börsenjahr für zyklische (also stark konjunkturabhängige) Aktien.

Einer der Gründe dafür waren geopolitische Verwerfungen in der Ukraine, die für eine gewisse Nervosität sorgten. Zudem kletterte der Schuldenstand der Euro-Länder auf ein neues Rekordniveau.

Der Ifo-Geschäftsklima-Index, der die Stimmung in den Unternehmen misst, ging auf Talfahrt. Während sich die Geschäftserwartungen der Manager im Januar 2014 noch auf einem soliden Niveau von 108,8 Indexpunkten befanden, rauschte der Index innerhalb von 10 Monaten in den Keller und erreichte im Oktober 2014 bei 99,8 Punkten das Jahrestief.

Dadurch gerieten Sektoren wie etwa der Maschinenbau, die Automobilindustrie oder die Chemiebranche unter Druck. Die Kursentwicklung vieler Zykliker enttäuschte im vergangenen Jahr. Doch das könnte im Jahr 2015 ganz anders aussehen.

Denn: Der Ifo-Geschäftsklima-Index, der im Oktober 2014 sein Jahrestief markierte, drehte in der Folge deutlich ins Plus und wies bereits im November einen Wert von 104,7 Punkten auf. Im vergangenen Dezember konnte der Wert sogar noch einmal auf 105,5 Punkte gesteigert werden.

Pharma- und Gesundheitsbranche waren 2014 gefragt

Im Börsenjahr 2014 zählten vor allem defensive Branchen wie Pharma und Gesundheit zu den Gewinnern. So finden sich unter den Top-Performern 2014 aus dem DAX dann auch ausschließlich Unternehmen aus den genannten Branchen.

Dazu zählten Werte wie Merck, Bayer, Fresenius und Fresenius Medical Care (FMC). Aber auch Unternehmen wie etwa der Nahrungsmittelriese Nestlé waren gefragt. Salopp gesagt waren „Langweiler-Aktien“ die großen Gewinner im Jahr 2014. Doch das könnte sich jetzt ändern. Denn: Aktuell spricht vieles für einen Favoritenwechsel.

Jetzt spricht vieles für einen Favoritenwechsel

So hält beispielsweise der Fondsmanager Mathew Siddle von Fidelity viele defensive Papiere inzwischen für zu teuer und zyklische Aktien für die bessere Alternative. „Zyklische Aktien werden im Vergleich zu defensiven Aktien mit dem größten Abschlag seit 2008 gehandelt“, sagte Siddle.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie vom Bankhaus Lampe stützt diese Auffassung. Aus Sicht des Bankhauses bieten zyklische Aktien insbesondere im ersten Halbjahr 2015 Potenzial.

Zu den Gewinnern könnten in diesem Zusammenhang vor allem Aktien aus der Maschinenbau- und Automobilbranche zählen. Denn deren Bewertungen befinden sich auf einem vergleichsweise attraktiven Niveau.

Bei diesen Unternehmen sind bereits nach unten korrigierte Erwartungen bei den Unternehmensgewinnen größtenteils eingepreist. Das Bankaus Lampe errechnete für die Autobauer ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von unter 10 (das historische DAX-Durchschnitts-KGV liegt bei 14). Daher muss es nicht erst positive Gewinnüberraschungen geben, damit die Kurse steigen.

Fazit: Mut zum Risiko könnte sich auszahlen

Für Sie bedeutet das: Wenn Sie etwas Mut zum Risiko haben und auf zyklische Aktien setzen, könnte dieser Mut belohnt werden und Sie demzufolge zu den großen Börsengewinnern des Jahres 2015 zählen.

Mut deshalb, weil Zykliker üblicherweise größeren Wertschwankungen unterliegen als die „Langweiler-Aktien“, die im vergangenen Jahr die Gewinngaranten waren.

15. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Tobias Schöneich. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt