Sharp-Übernahmeverhandlungen kurz vor dem Durchbruch

Die Übernahmeverhandlungen um den angeschlagenen japanischen Elektronik-Konzerns Sharp gehen in die finale Runde. Insidern zufolge könnte die Übernahme bereits am Montag bekannt gegeben werden.

Für Sharp wäre ein Verhandlungserfolg sehr wichtig. Die hoch verschuldeten Japaner müssen bis zum Monatsende Kreditlinien verlängern und die Banken sind nur dazu bereit, wenn der Übernahme-Deal bis dahin steht.

Sharp nach mehreren Verlustjahren mit dem Rücken zur Wand

Rückblick: Sharp hat in den vergangenen Jahren im Elektrogeschäft nicht mit den Konkurrenten mithalten können. Das Unternehmen hatte im Vergleich zur Konkurrenz sehr hohe Kosten und war wenig innovativ.

Neue Produktlinien wurden schnell von den Konkurrenten kopiert und dann günstiger angeboten. Der Schuldenberg wuchs und das Unternehmen sah nur noch einen Unternehmensverkauf als Ausweg aus der Misere.

Das Rennen um die Japaner gewann der taiwanesische Apple-Zulieferer Foxconn gegen eine politisch unterstützte japanische Lösung. Am vergangenen Donnerstag meldete Sharp, dass man sich mit dem Bieter auf einen 4,3 Mrd. Dollar schweren Deal geeinigt hatte.

Plötzlich auftauchende Verbindlichkeiten sorgen für Irritationen

Der Deal war schon besiegelt, doch wenige Stunden später hieß es plötzlich, dass Foxconn die Unterschrift verweigert. Es tauchten 3 Mrd. Dollar zusätzliche Verbindlichkeiten auf, die nicht bekannt waren.

Abgesehen davon, dass plötzlich auftauchende Schulden die Wirtschaftlichkeit der Übernahme infrage stellen, beschädigen sie natürlich auch das Vertrauen. Daher war nicht klar, ob der Deal gerettet werden kann.

Foxconn hält nach Überprüfung an Übernahme fest

Jetzt sieht es allerdings danach aus als wenn der Deal zu den ursprünglichen Konditionen stattfindet. Teams haben sich die Nächte um die Ohren geschlagen, um herauszufinden, was es mit den Schulden auf sich hat.

Das Ergebnis war offenbar zufriedenstellend: Die Schulden sollen weitaus weniger hoch sein als dargestellt wurde und an bestimmte Ereignisse geknüpft sein. Es geht dabei um Rechtsstreitigkeiten und mögliche Steuer-Forderungen, heißt es.

Sharp-Aktie im Aufwind – Langfrist-Performance aber Desaster

An der Börse sorgte die Meldung für spürbare Erleichterung unter den Sharp-Anlegern. Kommt es nicht zu einer Übernahme würde es einen vermutlich schlechteren Plan B geben – oder vielleicht sogar gar keine Zukunft.

Sharp-Aktien verteuern sich an der Heimatbörse in Tokio in einem freundlichen Umfeld um 9,4% auf 151 Yen. Wer Anfang des Jahres auf einen Deal setzte, konnte bis heute 21% gewinnen.

Einen Deal so zeitig abzupassen, ist aber schwierig und ziemlich riskant. Sharp ist von der Pleite bedroht und was machen Sie, wenn es keinen Deal gibt? Dann ist die Aktie im freien Fall – so wie in den vergangenen 5 Jahren.

Dann lieber eine Chance liegen lassen und auf unterbewertete Übernahme-Kandidaten setzen, die auch ohne Deal gut dastehen.

Kommt es zu einer Übernahme erhalten Sie in kürzester Zeit einen satten Kursgewinn – wenn nicht haben Sie aufgrund der Unterbewertung gute Chancen auf Kurssteigerungen. Eine attraktive Doppel-Chance.

4. März 2016

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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