Shell Aktie auf Erholungskurs

Nach dem Kursknick kommt die Erholungsphase: Die Shell Aktie hat sich zuletzt wieder gefangen – parallel zum Ölpreis. (Foto: John Williams RUS / Shutterstock.com)

Hat die Shell Aktie ihre Abwärtsphase bereits überwunden? Seit Mitte Juli hatte der Kurs der B-Aktie deutlich nachgegeben, in den vergangenen Tagen jedoch zeichnete sich eine leichte Erholungstendenz ab. Das Papier näherte sich wieder der 30 Euro Marke an.

Der Grund für den Kurseinbruch von rund 10 Prozent liegt nicht auf den ersten Blick auf der Hand, denn der Ölkonzern konnte mit seiner angekündigten Quartalsbilanz durchaus überzeugen – insbesondere durch die damit verknüpfte Ankündigung eines üppigen Aktienrückkaufprogramms. Mehr als 20 Milliarden Euro könnten auf diesem Wege in den kommenden zwei Jahren an die Anteilseigner zurückfließen.

Und damit nicht genug: Auch in Sachen Dividende lässt man sich bei Shell nicht lumpen, diese fällt gewohnt hoch aus und kann seit einiger Zeit sogar wieder aus Gewinnen bestritten werden. Das war nicht immer so. Gerade die Phase des Ölpreisverfalls, der im Herbst 2014 eingesetzt hatte und im Wesentlichen bis Ende 2016 andauerte, setzte zahlreiche Unternehmen aus der Branche massiv unter Druck. Royal Dutch Shell bildete dabei keine Ausnahme.

Ölpreisverfall setzte Branche unter Druck

Zwar geriet der Konzern – anders als etwa gerade erst aufstrebende kleinere Frackingfirmen in den USA – nicht gleich in Existenznöte, als der Ölpreis rapide nachgab. Doch die wegbrechenden Gewinne zwangen auch die Großen der Branche zu tiefen Einschnitten. So wurden beispielsweise Investitionen gekürzt, wodurch die Erschließung neuer Ölvorkommen ins Stocken geriet. Experten gehen davon aus, dass dieser Effekt sich zeitverzögert auf den Ölpreis auswirken dürfte, nämlich dann, wenn die Ressourcen allmählich knapp werden und kein Ersatz bereitsteht.

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Durch das fehlende Angebot könnte der Ölpreis dann in die Höhe schnellen, dies könnte bereits in den kommenden Jahren der Fall sein. Schon die vergangenen Monate haben eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass die Zeit des billigen Öls wohl vorerst vorbei sein dürfte.

Zunächst gestützt durch die konzertierte Drosselung der Ölförderung durch die Opec und weitere Staaten, darunter Russland, konnte der Ölpreis ab Anfang 2017 zunächst stabilisiert und schließlich durch die künstliche Angebotsverknappung wieder höher getrieben werden. Geopolitische Unsicherheiten auf der einen Seite und eine brummende Weltkonjunktur mit entsprechend hoher Nachfrage auf der anderen Seite stützten den Ölpreis zusätzlich.

Shell Aktie zieht parallel zum Ölpreis wieder an

Zwar verzeichneten auch die Barrelpreise der beiden wichtigsten Sorten Brent und WTI seit ihrem Höchststand Ende Juni einen Knick nach unten, zuletzt ging es jedoch bereits wieder aufwärts – und parallel dazu stiegen auch die Shell Aktien wieder.

Aus Anlegersicht könnte die vergleichsweise günstige Bewertung eine willkommene Kaufgelegenheit bieten, denn im Branchenvergleich steht Shell solide da – und auch die stabile Dividendenpolitik dürfte so manchen Anleger anlocken.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.