Shell-Aktie legt zu: Steigender Ölpreis beschleunigt den Turnaround

Nach starker Q3-Bilanz ist die Shell Aktie auf ein 2-Jahres-Hoch gestiegen. Analysten sehen Potenzial, doch der Erfolg birgt auch Risiken... (Foto: Bjoern Wylezich / Shutterstock.com)

Royal Dutch Shell hat sein Zahlenwerk für das abgelaufene 3. Quartal vorgelegt – und die ohnehin schon positiven Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen.

Umsatz und Gewinn konnte der britisch-niederländische Energiekonzern kräftig steigern:

  • Der Umsatz schoss von 61,86 Mrd. Dollar im Vorjahres-Zeitraum hoch auf 75,83 Mrd. Dollar.
  • Der Gewinn stieg zugleich von 1,38 auf 4,1 Mrd. Dollar.
  • Der Gewinn je Aktie beläuft sich auf 0,50 Dollar – Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 0,44 Dollar gerechnet.

Erstmals seit langer Zeit ist die Quartals-Dividende in Höhe von 0,47 Dollar damit durch den Gewinn gedeckt, was Anleger aufatmen lässt und Analysten zu Kaufempfehlungen animiert.

Shell-Aktie: Zusätzlicher Auftrieb dank Analysten-Kommentaren

Etliche positive Analysten-Kommentare schoben die Shell-Aktie zuletzt an und schenkten ihr damit nach der starken Quartals-Bilanz zusätzlichen Auftrieb:

Allein auf Monats-Sicht hat das Papier um 8 Prozentpunkte zugelegt und kostete zuletzt rund 28 €.

Im Laufe der Woche erreichte die Shell-Aktie damit den höchsten Stand seit mehr als 2 Jahren. Auf Jahressicht bewegt sich der Kurs aktuell 17% im Plus.

Analysten trauen dem Papier jedoch durchaus noch mehr zu und raten derzeit unisono zum Kauf der Aktie.

Die Aussichten sind in der Tat rosig – gerade wenn man sich vor Augen führt, dass sich v. a. das klassische Ölfördergeschäft besonders stark entwickelt hat.

Das laufende Schlussquartal des Jahres könnte da noch eine Schippe drauflegen.

Immerhin hat der Ölpreis erst vor wenigen Tagen ein 2-Jahres-Hoch erreicht und die Schwelle von 60 Dollar je Barrel durchbrochen.

Shell Aktie: Dämpfer in der BilanzDie Shell Aktie ist zuletzt in die Knie gegangen – trotz einer guten Jahresbilanz für 2017. Doch der Cashflow bereitet Anlegern Sorge. › mehr lesen

Auch im Monat Oktober bewegte sich der Ölpreis im Schnitt auf höherem Niveau als zuvor:

Hält die Phase des teureren Öls noch einige Wochen an, dürfte dies das 4. Quartal  für Shell und seine Branchen-Kollegen erneut vergolden.

Ölpreis-Jubel birgt Risiken

Bei einem mittelfristigen Ausblick sollten Anleger jedoch folgendes bedenken:

Der Ölpreis unterliegt erheblichen Schwankungen und es liegen – zumindest fundamental – nicht gerade die Rahmenbedingungen für einen nachhaltigen Preis-Anstieg vor.

Das Gegenteil ist der Fall:

Die Ausbalancierung von Angebot und Nachfrage erscheint besonders fragil, seit US-Fracking-Firmen jene Lücken ausfüllen, welche die OPEC-Länder und weitere Staaten mit ihrer selbst auferlegten Drosselungs-Vereinbarung mühsam aufgebaut haben.

Wird der OPEC-Kompromiss, der die beteiligten Staaten zu einer Begrenzung ihrer maximalen Fördermenge verpflichtet, nicht über seine bislang vorgesehene Laufzeit bis März 2018 hinaus verlängert, droht eine erneute Ölschwemme.

Und mit ihr droht dann wiederum ein neuerlicher Preisrutsch, der sich dann auch umso schmerzhafter in den Bilanzen von Shell und anderen Energiekonzernen niederschlagen dürfte.

Unter dem Strich ist für die Shell-Aktie – v. a. bei steigendem Ölpreis – zwar durchaus noch Kurs-Potenzial vorhanden, Anleger sollten sich der Risiken jedoch stets bewusst sein.

2017-11-10 Shell

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt