Shell Aktie: Dämpfer in der Bilanz

Die Shell Aktie ist zuletzt in die Knie gegangen – trotz einer guten Jahresbilanz für 2017. Doch der Cashflow bereitet Anlegern Sorge. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Auf jede Rally folgt über kurz oder lang eine Korrekturphase. An den Aktienmärkten ist diese seit kurzem zu beobachten, innerhalb weniger Tage wurden Milliarden an Börsenwerten vernichtet als die Aktienkurse weltweit ins Taumeln gerieten.

Ebenfalls abwärts ging es zuletzt für den Ölpreis, der sich jedoch mit rund 60 Dollar je Barrel auf einem vergleichsweise guten Niveau befindet – zumindest gemessen an der Entwicklung der vergangenen zwei Jahre.

Wie Ölkonzerne den Preiscrash überstanden haben

Denn die große Kurskorrektur hat der Ölpreis bereits hinter sich. Von Sommer 2014 bis Anfang 2016 rauschte der Preis je Barrel von über 110 Dollar auf zeitweise unter 30 Dollar in die Tiefe und stellte die gesamte Branche auf den Kopf. Etliche teure Großprojekte wurden eingefroren, Stellen abgebaut, Kosten gesenkt – alles, um irgendwie die ausbleibenden Einnahmen zu kompensieren.

Inzwischen zeigt sich, dass dies den großen Ölkonzernen auch gelungen ist, mehr oder weniger zumindest. Keiner der Big Player geriet in nachhaltige ernstzunehmende Schwierigkeiten, ganz im Gegenteil: Dank der Schrumpfkur sprudeln mittlerweile wieder Gewinne in Milliardenhöhe.

Und dennoch stehen nicht alle Ölmultis gleichermaßen gut da. So fielen die Bilanzen der US-Konzerne Chevron und ExxonMobil schwächer aus als gedacht, während der britische BP-Konzern sowie der britisch-niederländische Gigant Shell bessere Zahlen vorlegen konnten als erwartet.

Shell punktet mit satter Gewinnsteigerung

So fuhr Shell im vergangenen Jahr einen bereinigten Gewinn von rund 16 Milliarden Dollar ein und lag damit um 119 Prozent höher als im Vorjahr. Auch konnte der Schuldenberg um rund 8 Milliarden Dollar reduziert werden auf nun noch etwa 65 Milliarden.

Dennoch stieß auch die Jahresbilanz von Shell bei den Anlegern nicht nur auf Gegenliebe. Vor allem der Rückgang des Mittelzuflusses um rund 20 Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar im Schlussquartal stieß vielen Beobachtern sauer auf, Anleger schickten die Shell Aktie daraufhin ins Minus.

Allein auf Monatssicht ist der Kurs des Papiers inzwischen um rund 12 Prozentpunkte abgesackt, was aber nicht zuletzt mit der eingangs erwähnten weltweisen Schwäche der Aktienmärkte zusammenhängt.

Shell Aktie: Lohnt bald der Einstieg?

Das Papier war zuletzt für gut 25 Euro oder 22 britische Pfund zu haben. Zahlreiche Analysten empfehlen die Shell Aktie dennoch zum Kauf, die Kursziele liegen dabei häufig im Bereich zwischen 27 und 30 Pfund oder etwa 35 Euro.

Wesentlich für die weitere Entwicklung für Shell und seine Aktie ist, wie es mit dem Ölpreis weitergeht. Experten sind hier geteilter Meinung: Einerseits könnten die brachliegenden Projekte  schon in wenigen Jahren für eine Verknappung – und damit Verteuerung – sorgen, andererseits wird auch immer wieder auf die steigende Bedeutung der US-Frackingindustrie und den damit verbundenen Machtverlust der Opec verwiesen.

Eine Gemengelage, die den Ölpreis wieder unter Druck setzen könnte, sobald der Opec-Kompromiss zur Drosselung der täglichen Fördermenge nicht mehr verlängert werden sollte.


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© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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