Shell-Aktie: Gerade jetzt ein Kauf?

Nach monatelanger Seitwärts-Bewegung ist der Ölpreis im März erstmals wieder unter Druck geraten.

Die weltweit wichtigste Sorte Brent verzeichnete in der 1. Monatshälfte einen Abschlag von rund 8% und fiel zurück von 56 auf zeitweise 51 US-Dollar je Barrel.

Einen vergleichbaren Kursrutsch durchlitt parallel auch die US-Sorte WTI, die von rund 54 auf zwischenzeitlich unter 48 Dollar je Barrel absackte.

Erst seit wenigen Tagen setzt für beide Sorten wieder eine Gegenbewegung ein.

Ungeachtet dieser kurzfristigen Turbulenzen hat sich der Ölpreis jedoch deutlich gefangen:

Nach 1,5 Jahren im freien Fall auf unter 30 € im Februar 2016 hat sich das einst als schwarze Gold glorifizierte Öl wieder deutlich verteuert.

Opec-Kompromiss stützt Ölpreis-Entwicklung

Einen klaren Aufwärtsschub erhielt der Ölpreis durch die überraschende Einigung der OPEC-Staaten und weiterer Länder Ende November:

Die Staaten verständigten sich auf eine Begrenzung ihrer Fördermengen, die zunächst auf 6 Monate beschränkt – und überraschenderweise seit Anfang Januar auch tatsächlich umgesetzt wurde.

Allerdings war es vor allem dieser Kompromiss, der den Ölpreis seither stabil um rund 55 Dollar je Barrel pendeln ließ – und dessen Fundament scheint zu bröckeln.

In dieser Woche wurde bekannt, dass Saudi Arabien seine Fördermenge wieder gesteigert hat.

Turbulenzen durch Spekulanten?

Zudem sind die US-Lagerbestände nicht wie erhofft gefallen, sondern im Gegenteil auf den höchsten Wert seit 1982 angestiegen.

Die USA zählen nicht zu den Unterzeichnern des Drossel-Abkommens, die dortige Fracking-Industrie profitiert jedoch unmittelbar von den Preissteigerungen und arbeitet dadurch deutlich profitabler als in den Jahren zuvor.

Es dürften v. a. Spekulanten sein, die auf einen weiteren Preisanstieg gesetzt hatten, nun aber einen Rückzieher machten und dadurch den Ölpreis so massiv unter Druck setzten.

Wohin die weitere Reise geht, ist ungewiss.

Shell-Aktie: Gerade jetzt ein Kauf?

Das gilt auch für die Aktien großer Ölunternehmen, wie beispielsweise den niederländisch-britischen Konzern Royal Dutch Shell.

In den vergangenen Monaten rückte das Papier immer wieder in den Fokus der Anleger; gerade die Stabilisierung des Ölpreises ließ die Aktie wieder attraktiver erscheinen.

Auf Jahressicht verbucht die Shell Aktie auch immerhin ein Plus von rund 11%, wenngleich der Trend seit Jahresbeginn wieder nach unten deutet.

Analysten zeigten sich dennoch zuversichtlich und überhäuften das Papier in den vergangenen Wochen mit Kaufempfehlungen. Die Kursziele bewegen sich dabei zwischen 24,50 und 28 britischen Pfund.

Im Vergleich zur Konkurrenz punktet Shell zudem insbesondere durch eine üppige Dividende, die das Warten auf bessere Zeiten versüßt.

Unterm Strich könnten Shell und andere Branchen-Größen sogar profitieren, immerhin waren sie durch den Ölpreis-Verfall gezwungen ihre Kosten zu senken.

Steigt der Ölpreis wieder und wird das Geschäft profitabler, könnte dadurch am Ende mehr Gewinn hängenbleiben.

Entsprechendes gilt bekanntlich auch für Anleger, die aussichtsreiche Aktien gerade dann kaufen, wenn sie günstig zu haben sind.

2017-03-16 Shell

17. März 2017

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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