Shop Apotheke: Das nächste Opfer von Amazons Shopping-Wahn?

Sobald Übernahme-Gerüchte auftauchen, kommt so gut wie immer zu Kursreaktionen bei den beteiligten Aktien.

Wenn die Spekulationen dann rational nachvollziehbar sind oder vertrauliche Informationen nach außen dringen, können die Kursbewegungen auch durchaus heftig ausfallen.

Das konnten Sie jetzt bei der Shop Apotheke, einer der führenden Online Apotheken, beobachten.

Wie der Branchendienst APOTHEKE ADHOC berichtet, will der US-Internet-Konzern die Shop-Apotheke übernehmen.

Die Anleger jubeln und treiben die Aktie kräftig in die Höhe. Zwischenzeitlich ging es um 20% nach oben. Damit haben sich die Papiere seit Anfang Januar im Wert verdoppelt.

Eine der führenden Online-Apotheken Europas

Falls Sie die niederländische Shop Apotheke noch nicht kennen. Das Geschäftsmodell ist schnell erklärt: Das Unternehmen zählt zu den führenden europäischen Online-Apotheken.

Die Gruppe vertreibt hauptsächlich rezeptfreie Arzneimittel sowie apothekenübliche Schönheits- und Pflegeprodukte.

In diesem Zusammenhang bietet Shop Apotheke auch umfassende Informationen zu Medikamenten, ihrer Anwendung sowie zu Neben- und Wechselwirkungen.

Insider rechnen mit Firmenwert jenseits der 500- Mio.-€-Marke

Bislang ist zu den Spekulationen wenig bekannt. Laut den „Insidern“ sollen die Gespräche aber bereits in fortgeschrittenem Stadium sein.

Nach dem Kurssprung liegt der Marktwert der Firma mittlerweile bei 450 Mio. €.

Experten gehen davon aus, dass mit einem gewöhnlichen Aufschlag der Kaufpreis bei über 500 Mio. € liegen dürfte.

Börsen-Debut noch nicht einmal 1 Jahr alt

Die Kenner unter Ihnen wissen es: Das Börsen-Debut der Shop Apotheke ist gar nicht mal lange her:

Erst im vergangenen Oktober ist die Firma zu 28 € je Aktie an Markt gekommen und hat gut 100 Mio. € an frischem Kapital an der Börse eingenommen.

Mit den eingeworbenen Mitteln wollte man v. a. seine Expansion in Südeuropa vorantreiben und in den kommenden Jahren die Marktführerschaft in Kontinental-Europa übernehmen.

Shop Apotheke passt ins Amazon-Beuteschema

Mit seinem Produkt-Angebot passt die Shop-Apotheke extrem gut in das Beuteschema des Online-Riesen Amazon.

Die Niederländer fokussieren sich nämlich auf den OTC-Markt, also das Geschäft mit rezeptfreien Produkten.

Nur 3,5% des Umsatzes hierzulande entfallen auf den Bereich mit rezeptpflichtigen Medikamenten. Außerdem ist man in Venlo in Sachen Internationalisierung gut aufgestellt.

Immerhin verfügt der Konzern über Präsenzen in:

  • Frankreich,
  • Italien,
  • Spanien,
  • Österreich,
  • Belgien
  • und den Niederlanden.

Immerhin 1/4 des Umsatzes wird bereits außerhalb von Deutschland erzielt.

Amazon teste selbst seit Mai die Auslieferung von Medikamenten in München über den Service Prime Now. Kooperations-Partner sind die Bienen-Apotheken vor Ort.

Zuletzt hatte Amazon in Deutschland seinen neuen Lebensmittel-Lieferdienst Amazon Fresh auf Hamburg ausgeweitet.

Über 300.000 Produkte werden angeboten, darunter Hamburger Artikel wie Idee Kaffee von J.J. Darboven, Fritz-Limonaden und Astra Bier.

Shop Apotheke mit kräftigem Wachstum

Die Shop Apotheke Europe ist im 1. Halbjahr 2017 erneut kräftig gewachsen, alleine in Deutschland um 3%.

Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen ein Plus zwischen 45 und 55% – jedoch bei einem negativen Ergebnis.

Fazit

Gegen Freitag Mittag dementierte die Shop Apotheke die Gerüchte, dass man sich in fortgeschrittenen Verhandlungs-Gesprächen befinde.

Experten halten eine Übernahme dennoch für möglich. Denkbar wäre allerdings auch, dass es vorher einen Zusammenschluss mit der Europa-Apotheke gibt.

Dies ist ebenfalls eine niederländische Versand-Apotheke mit einem starken Standbein in Deutschland, Österreich und Frankreich.

Der Startschuss für die Branchen-Konsolidierung könnte somit gefallen sein.


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18. September 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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