SHW: Der Übernahme-Poker ist eröffnet

In den vergangenen Wochen habe ich Ihnen an dieser Stelle mehrfach über den Übernahme-Krimi um den deutschen Autozulieferer Grammer berichtet.

Jetzt bahnt sich ein weiterer solcher Übernahme-Krimi um einen deutschen Autozulieferer an. Das Objekt der Begierde ist in diesem Fall SHW.

Das bereits im Jahr 1365 gegründete Unternehmen zählt zu den ältesten Industriebetrieben in Deutschland.

In der frühen Gründungs-Phase standen Erzgewinnung und -verhüttung im Mittelpunkt.

Heute ist die SHW AG ein führender Automobil-Zulieferer mit Produkten, die wesentlich zur Reduktion des Kraftstoff-Verbrauchs – und damit der CO2-Emissionen – beitragen.

Übernahme-Angebot von Pierer

Kürzlich hat Stefan Pierer, Vorstands-Chef und Großaktionär der österreichischen KTM AG (KTM baut u. a. Motorräder und Sportwagen), ein freiwilliges öffentliches Übernahme-Angebot für SHW angekündigt.

Geboten werden 35 € je Aktie der SHW AG. Zeitgleich teilte Pierer mit, dass er bereits knapp 19% der SHW-Aktien besitzt und seinen Anteil auf mind. 30% erhöhen will.

Ich hatte zwar mit einem Übernahme-Angebot für SHW gerechnet – nicht jedoch damit, dass das Angebot aus Österreich kommt.

Denn der chinesische Konzern Anhui ARN Group hatte sich im August 2016 gut 6% der SHW-Aktien gesichert und seinen Anteil in der Folge auf über 10% ausgebaut.

Zudem hatten die Chinesen angekündigt ihren Anteil weiter ausbauen zu wollen. Daher hatte ich eher mit einem chinesischen Übernahme-Angebot gerechnet.

Doch dann kam völlig überraschend die Meldung aus Österreich. Damit ist der Übernahme-Poker um SHW offiziell eröffnet. Und es könnte sogar noch ein 3. Bieter in den Ring steigen.

Denn einige Marktbeobachter spekulierten zuletzt, dass auch der deutsche Konzern Rheinmetall mitbieten könnte, um seine Marktanteile in Deutschland zu verteidigen.

Das ist bislang jedoch nur Spekulation.

SHW stuft Übernahme-Angebot als zu niedrig ein

Zurück zu den Fakten:

Der Vorstand der SHW AG hat in einer Stellungnahme zum Übernahme-Angebot durch Pierer mitgeteilt, nach einer 1. Einschätzung der Auffassung zu sein, dass das angekündigte Angebot den Wert des Konzerns – auch im Hinblick auf die künftige positive Entwicklung – nicht angemessen widerspiegelt.

Auf Grundlage der Strategie „SHW 2020“ rechnet die SHW AG von 2018 an mit einem erheblichen Umsatz- und Ertragsschub.

Die Weichen dafür sind in den vergangenen 18 Monaten gestellt worden, hieß es in der Stellungnahme.

So soll beispielsweise der Umsatz im Jahr 2020 um 50% über dem Umsatz dieses Geschäftsjahres liegen.

Darüber hinaus soll es zu einer signifikanten Margen- und Ergebnis-Verbesserung kommen. Der Vorstand von SHW hat dem Bieter (Pierer) ein Gesprächs-Angebot unterbreitet.

So geht es jetzt weiter

Darauf will dieser nach eigenem Bekunden allerdings erst nach Veröffentlichung der Angebots-Unterlage eingehen.

Sobald das offizielle Übernahme-Angebot von Pierer vorliegt, werden Vorstand und Aufsichtsrat von SHW dieses sorgfältig prüfen und dann eine detaillierte Stellungnahme abgeben und eine Empfehlung an die Aktionäre der SHW AG aussprechen.

Es bleibt also spannend und ich bleibe für Sie am Ball.

Mein Tipp: Die jetzt gebotenen 35 € waren nur das Startgebot.


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5. Juli 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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