SHW mit leichtem Wachstum in schwierigem Umfeld

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Der deutsche Autozulieferer SHW legt bei Umsatz und Ergebnis leicht zu. Angesichts des schwierigen Marktumfelds ist das eine gute Nachricht. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

In der vergangenen Woche habe ich von den jüngsten (gut ausgefallenen) Zahlen des Nutzfahrzeugzulieferers Jost Werke berichtet. Heute blicken wir auf den Autozulieferer SHW. Die Ursprünge des Unternehmens reichen bis in das Jahr 1365 zurück. Damit ist SHW eines der ältesten deutschen Industrieunternehmen.

Heute ist die SHW AG ein führender Automobilzulieferer mit Produkten, die wesentlich zur Reduktion des Kraftstoffverbrauchs und damit der CO2-Emissionen beitragen. Im Geschäftsbereich Pumpen und Motorkomponenten entwickelt und produziert SHW Pumpen für Personenkraftwagen und sogenannte Industrieanwendungen (Lkw, Agrar- und Baumaschinen sowie Stationärmotoren und Windkraftanlagen) sowie Motorkomponenten.

Im Geschäftsbereich Bremsscheiben werden einteilige, belüftete Bremsscheiben aus Gusseisen sowie Leichtbaubremsscheiben aus einer Kombination von Eisenreibring und Aluminiumtopf entwickelt und produziert. Zu den Kunden gehören namhafte Automobilhersteller, Nutzfahrzeug- sowie Landmaschinen- und Baumaschinenhersteller und andere Zulieferer der Fahrzeugindustrie.

SHW produziert derzeit an 5 Produktionsstandorten in Deutschland, in Brasilien, China und Kanada sowie in Rumänien. Mit mehr als 1.500 Mitarbeitern erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von über 420 Mio. Euro.

Leichtes Wachstum im 1. Halbjahr

Blicken wir nun auf die in dieser Woche vorgelegten Zahlen: Der Umsatz lag im 1. Halbjahr 2019 um 0,7% über dem Vorjahreswert. Im Geschäftsbereich Pumpen und Motorkomponenten führten im Wesentlichen schwächere Umsätze für Dieselapplikationen zu um 1,4% rückläufigen Umsätzen.

Der Geschäftsbereich Bremsscheiben erzielte bei den höherwertigen Verbundbremsscheiben einen um über 38% gesteigerten Bremsscheibenabsatz und konnte seine Umsatzerlöse insgesamt um 7,2% erhöhen.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um rund 8,1 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die EBITDA-Marge erhöhte sich von 5,7% (um Einmaleffekte bereinigt 9,1%) im 1. Halbjahr 2018 auf 9,2% in den ersten 6 Monaten dieses Jahres.

SHW-Chef Wolfgang Plasser kommentiert das Abschneiden im 1. Halbjahr 2019 wie folgt: In einem herausfordernden Marktumfeld ist es uns gelungen, den Konzernumsatz und das operative Ergebnis leicht zu steigern.

Ausblick für das Gesamtjahr bestätigt

Der Vorstand der SHW AG rechnet für das Geschäftsjahr 2019 unverändert mit einem Umsatz in einer Bandbreite von 440 bis 480 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge wird in einer Bandbreite von 8,5 bis 10% erwartet. Die SHW-Aktie notierte vor ein paar Jahren noch bei knapp 50 Euro. Zuletzt wurde der Kampf mit der 20-Euro-Marke verloren.

Es ist nicht lange her, da hat SHW-Großaktionär Pierer (hält aktuell über 75% der SHW-Anteile) noch 35 Euro je SHW-Aktie geboten. Sein jüngstes Angebot lag deutlich unter dem vorherigen. Meine Einschätzung: Strebt Pierer eine vollständige Übernahme an, so wird er für die restlichen Aktien deutlich mehr als 20 Euro bieten müssen.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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