Sie haben noch keine Immobilie? Trauen Sie sich!

Bei der Eigentumsquote ist Deutschland nach wie vor weit hinten - und auch vermietete Wohnungen gehören einem kleinen Personenkreis. (Foto: Brian A Jackson / Shutterstock.com)

Ungefähr lediglich die Hälfte der Deutschen bewohnt ihre eigene Immobilie. Das macht auch durchaus Sinn, da das eigengenutzte Haus (meist) eine Verbindlichkeit darstellt und man seinen Wohnort im Fall der Fälle (Arbeitsplatzwechsel, Start/Ende einer Beziehung) leichter und schneller wechseln kann. Vermieter-Sein geht dafür umso leichter und doch zögern viele.

Wer nennt Immobilien sein Eigen?

Ich habe in den letzten zehn Jahren tausende Seiten an Marktberichten und Studien gelesen und dabei haben sich einige Aussagen und Ergebnisse ins Gedächtnis eingebrannt. Eine dieser Aussagen ist folgende:

„Rund die Hälfte der Bevölkerung verfügt über Haus- und Grundbesitz. Das reichste Fünftel besitzt 75 Prozent des Immobilienvermögens.“

(Quelle: Tim Clamor / Ralph Henger, März 2013, Institut der deutschen Wirtschaft Köln)

Das müssen Sie sich auf der Zunge zergehen lassen. 20 Prozent der Bevölkerung besitzen 75 Prozent des Immobilienvermögens. Das deckt sich mit anderen Studien, die zu den Schlüssen kommen, dass die „Reichen“ bis zu 90 Prozent ihres Vermögens in Immobilien investiert haben.

Personen, die es zu einem Vermögen gebracht haben, setzen also offenbar auf Immobilien, während andere, die fleißig im Hamsterrad schuften, teilweise panische Angst davor zu haben scheinen. Wieso also glauben so viele lieber den Schauergeschichten von Franz und Lieschen Müller, die allerhand gehört und (auf RTL II) gesehen haben – und lustigerweise gar keine Immobilie besitzen? Anstatt den Vermögenden nachzueifern und deren Weg zu gehen?

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Eine Frage der Mentalität

Als ich vor knapp zehn Jahren in meinem Umfeld bekannt machte, in Immobilien investieren zu wollen, bekam ich ausschließlich Gegenwind. Und dieser flachte die ersten Jahre auch nicht ab. Ich bin mir sicher, dass meine Familie tatsächlich Sorge hatte, dass wir von Mietprellern, Messies und Baumängeln heimgesucht werden und daran scheitern könnten. Im Kollegen- und Freundeskreis gestaltete es sich aber anders.

Manche hatten teils fundiertes Wissen, aber nie den Mut etwas zu kaufen. Und erkannten mit der Zeit immer mehr, welche Chancen sie bereits verpasst hatten. Und plötzlich kam ich und wollte „mein Ding“ durchziehen. Am Anfang wurde mir mit den üblichen Schauergeschichten abgeraten und als sich der Erfolg einstellte wurde es kurios. Anstatt von meinen Erfahrungen zu profitieren, erlosch teilweise das bis dahin freundschaftliche und kollegiale miteinander. Neid hatte sich plötzlich eingestellt.

Eine passende Metapher hierzu:

Wenn in den USA jemand einen Wolkenkratzer baut, versucht der nächste, ihn zu übertrumpfen und einen noch größeren zu bauen. Wenn in Deutschland jemand einen Wolkenkratzer baut, fühlt sich der Nachbar persönlich angegriffen und versucht ihn einzureißen.

Ich denke, das kommt der Realität sehr nahe und ist traurig gleichermaßen. Um also nochmals die Frage aufzugreifen, warum so wenige den Vermögenden, den Erfolgreichen nacheifern: Die Angst zu scheitern und der Neid auf die anderen macht teilweise jegliche positive Herangehensweise zunichte.

Mein Rat an Sie:

Halten Sie sich an die Vermögenden. Schauen Sie sich deren Investitionsverhalten ab. Tauschen Sie sich mit den Leuten aus, die dort sind, wo Sie hinmöchten. Und lassen Sie sich keinesfalls von Angsthasen, Neidern und deren Schauergeschichten auf Ihrem Weg aufhalten!

Im Übrigen habe ich auch gelernt, dass Mietnomaden und Messies kaum vorkommen und es selbst dann Lösungsmöglichkeiten gäbe.


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Von: Christian Marchner. Über den Autor

Christian Marchners Start in den Immobilienmarkt liegt nun fast 10 Jahre zurück. Heute konzentriert er sich vor allem auf Wachstumsmärkte. Dort setzt er vor allem auf eine langfristig positive Entwicklung in Bezug auf Miet- und Kaufpreise.

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