Sie werden im Sommer lachen oder weinen

Das war schon beeindruckend, was unser DAX-Index am Montag nach den Frankreich-Wahlen auf die Börsentafel in Frankfurt zauberte.

Alle Sorgen und Unsicherheiten bezüglich eines weiteren Anti-Europa-Rucks fielen daraufhin von den Schultern der Anleger.

Aber das war es bisher auch schon! Denn wenn wir die Börse einmal genau betrachten, so fällt auf, dass in den vergangenen über 2 Wochen nur 1 guter Börsentag gelang.

Der reichte aber aus, um wieder auf das Allzeithoch zu klettern.

Die Knackfrage: Neue Kaufwelle oder Rückschlag?

Klar ist: Um neue Gewinne zu generieren, muss das Allzeithoch nicht nur angetastet, sondern signifikant überwunden werden. Dazu bedarf es i. d. R. neuer Impulse.

Diese könnten beispielsweise durch schwindende Sorgen entstehen. Eine davon haben wir gesehen und das Resultat davon ebenfalls.

Doch woher kommen die weiteren Impulse? Genau das ist die Crux:

Bekommen wir sie, dann sehe ich den DAX-Index durchaus in neue Sphären vordringen.

Bekommen wir sie nicht, dann müssen Sie mit einer zähen Börse bis zum Sommer rechnen, eventuell sogar bis zu den Bundestagswahlen im September.

Wie die Sachlage charttechnisch aussieht, analysieren wir zunächst imkurzfristigen 1-Monats-Chart des DAX-Index:

DAX 030517 1M

DAX-Chart 1 Monat (Stunden-Balken)

Nach der Konsolidierung der Frankreich-Sprung

Im kurzfristigen 1-Monats-Chartbild vom DAX-Index ist sehr schön zu erkennen, wie der Index nach Erreichen seines Allzeithochs von vor 2 Jahren (ganz links) von diesem abgeprallt ist.

Anschließend entwickelte er einen fast mustergültigen kurzfristigen Abwärts-Trendkanal (roter Trendkanal).

Innerhalb des Trendkanals wurde die Ober- und auch Unterseite mehrfach getestet (rote Ellipsen).

Zuletzt ist er an der 12.000-Punkte-Unterstützung angelangt; diese hatte einen 3-fach-Unterstützungs-Charakter:

Sie stellte einen Kreuzpunkt aus der horizontalen Unterstützung (mittlere grüne Horizontale) und der unteren Begrenzung des Abwärts-Trendkanals (untere rote Trendlinie) dar.

Zusätzlich wirkt die runde 12.000 als psychologische Marke.

Der Index sackte zwar kurz darunter (unterste rote Ellipse), konnte aber in einem Intraday Reversal am gleichen Tag sofort wieder über die wichtige 12.000er-Marke steigen und dort schließen.

Die anschließenden Tage verliefen seitwärts mit der 12.000 als stabile Unterstützung.

Ein einziger „Sahnetag“ in über 2 Wochen

Nach den Frankreich-Wahlen war es dann soweit: Der DAX-Index eröffnete den Handel mit einem großen Aufwärts-GAP (Kurslücke, schwarze Ellipse) und übersprang damit den Abwärtstrend dynamisch!

Die Ergebnisse, die einen Sieg von Europagegnerin Marine LePen äusserst unwahrscheinlich machen, befeuerten den Index. Das GAP war riesige 250 Punkte groß, Anschlusskäufe hievten das deutsche Aktienbarometer um weitere etwa 150 Punkte nach oben.

Mit diesem „Sahnetag“ war aber auch schon wieder Schluss. Im Grunde genommen war dies der einzige Handelstag seit der vorösterlichen Karwoche, der richtig positiv verlief.

Alle übrigen Handelstage der vergangenen über 2 Wochen waren seitwärts orientiert und eher von lustlosem Handel geprägt.

Es existiert eine kurzfristige leichte Unterstützung bei etwa 12.400/425 Punkten (blaue Linie).

Weitere Schlussfolgerungen, wie es mit dem DAX-Index weitergeht, sind aus dem Kurzfrist-Chart nicht zu ziehen.

Fazit kurzfristig:

Konsolidierungstrend nach oben geknackt. Ein einziger großartiger Börsentag in den vergangenen über 2 Wochen. Ganz kurzfristig bei 12.400 unterstützt, danach bei 12.000 festere Unterstützung.

Um Prognosen über den weiteren Verlauf des DAX-Index zu geben, müssen wir eine Betrachtung des mittelfristigen 1-Jahres-Chartbildes vom DAX-Index durchführen:

DAX 03052017

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Mittelfristiger Aufwärtstrend nach wie vor bestimmend

Im mittelfristigen Chartbild vom DAX-Index ist zunächst der bestimmende Aufwärts-Trendkanal (dunkelblauer Trendkanal) zu erkennen.

Innerhalb dieses Trends hangelt sich der Index aktuell immer noch im oberen Drittel weiter nach oben. Dabei werden immer mal wieder Atempausen eingelegt.

Diese führen den Index in einer kleinen und durchaus sehr gesunden Konsolidierung an die untere Begrenzung des schmalen Aufwärts-Bandes heran.

Auch zuletzt konnte diese Unterstützungs-Linie dem Index Einhalt gebieten (bei 12.000 Punkten) und ihm die Chance auf eine Wende eröffnen (hellblaue Trendlinie).

Nach oben?

Mit dem Sprung nach der Frankreich-Wahl befindet sich der Index wieder an der oberen Begrenzung des Aufwärts-Trendkanals.

Die Frage, ob er diesen sogar überwinden kann zugunsten eines steileren Trendkanals, beschäftigt zurzeit viele Börsianer.

ein charttechnisch ist dies aus dem mittelfristigen Bild zunächst aber nicht die bevorzugte Richtung!

Nach unten?

Eingetrübt wird die Lage erst, wenn die hellblaue Trendlinie nach unten gebrochen wird.

Das bedeutet dann aber keinesfalls, dass der übergeordnete mittelfristige Aufwärtstrend damit gefährdet ist, aber Sie müssen dann mit einer ausgedehnteren Konsolidierung rechnen.

Diese sollte den Index dann zügig an die untere Begrenzung des dunkelblauen Aufwärtstrends führen.

Noch sind aber die Konsolidierungs-Stützen vorhanden und stabil (hellblaue Trendlinie).

Fazit mittelfristig:

Im schmalen Trend stückchenweise nach oben. Zurzeit entscheidet sich an der oberen Begrenzung, ob der DAX-Index im Trendkanal verweilt oder sogar einen Sprung darüber macht mit Ausbildung eines neuen steileren Trendkanals.

Aus mittelfristiger Chartanalytik ist damit zwar eher nicht zu rechnen, aber die Langfrist-Analyse lässt dies durchaus zu (s. u.).

Risiko: Achten Sie auf die hellblaue Linie! Wird sie gebrochen, dann ausgeweitete Konsolidierung. Aber erst unterhalb der 11.500 gehen die Ampeln auf Rot!

Abschließend noch die Betrachtung des langfristigen 10-Jahres-Chart vom DAX-Index:

DAX 030517 10J

DAX-Chart 10 Jahre (Wochen-Balken)

Schafft der DAX den Sprung in eine neue Sphäre?

Im langfristigen 10-Jahres-Chart vom DAX-Index (blauer primärer Trend) besteht keinerlei Zweifel daran, dass er uns noch eine lange Zeit erhalten bleibt.

Nach unten besteht sehr viel Luft, selbst ein harter Crash würde hier den Trend noch nicht gefährden.

Nach oben steht der DAX-Index vor dem Überwinden seines Allzeithochs von vor 2 Jahren.

Der innere leicht steiler ansteigende Trendkanal (grüner Trendkanal) kreuzt zurzeit das Allzeithoch.

Das bedeutet, hier sollte der DAX-Index aus charttechnischer Sicht zunächst nicht so einfach durchstarten und vorher etwas Luft holen.

Ob die kurze Phase der Konsolidierung seit dem 3. April dafür ausreicht, bleibt zunächst noch fraglich. Aber der innere Trend setzt seine Reise nach oben fort und verweilt nicht bei 12.400 Punkten.

Somit könnte dem DAX-Index ein neues Allzeithoch gelingen, ohne den kräftigeren Doppel-Widerstand aushebeln zu müssen.

Nach dem Motto „2 kleinere Hürden sind leichter als eine große Hürde“ steigen die Chancen für eine weiterhin gute Börse.

Entweder Sprung oder „Bullenfalle“

Sollte tatsächlich der Sprung über diesen starken Widerstand gelingen, dann eröffnet sich sofort dynamisches Potenzial!

Aus aktueller Sicht wäre sogar das Erreichen von 13.400 Punkten bis zum Sommer kein Problem (grüner Pfeil).

Sie dürfen aber nicht vergessen, dass der Widerstand recht ordentlich ist und nicht so leicht zu knacken ist. Auch eine Art „Bullen-Falle“ könnte Thema werden.

In so einem Fall steigt der Index kurz über die Widerstände, das Signal wird vorgegaukelt, dann wird verkauft und der Index sackt unter die Grenze ab mit weiteren nachhaltigen Kurs-Rücksetzern.

Fazit: Ich bin davon überzeugt, dass wir in 2017 noch weitere neue Höchststände im DAX-Index markieren, bevor eine größere Korrektur kommt. Behalten Sie dennoch die 11.500er-Marke fest im Auge!

3. Mai 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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