Siemens-Aktie: Das ist der Zukunfts-Turbo

Die Zeiten, als der Name Siemens noch v. a. für Kühlschränke oder Waschmaschinen made in Germany stand, sind längst vorbei.

Zwar führt der Münchener DAX-Konzern nach wie vor eine breite Palette an Haushaltsgeräten im Sortiment, doch längst ist aus dem deutschen Traditions-Unternehmen ein globaler Player geworden.

Das Wachstum der Zukunft liegt nicht in der Waschmaschine, sondern in der Digitalisierung. Das Stichwort lautet wie so oft: Industrie 4.0 – und hier punktet Siemens gerade auf ganzer Länge.

Zukunftshoffnung Mindsphere

Um die verschiedenen Maschinen und Systeme zu vernetzen, die beispielsweise an Produktions-Standorten von Industrie-Unternehmen vorhanden sind, hat Siemens eine eigene Software entwickelt – eine Art Betriebssystem für das Internet der Dinge.

Das Programm trägt den Namen Mindsphere und ist entstanden in Zusammenarbeit mit wichtigen Vertretern aus der IT-Branche wie SAP, Microsoft oder IBM.

Von Mindsphere verspricht man sich in München eine ganze Menge – und das wohl völlig zu Recht.

Bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/2016, das zu Ende September auslief, sind die Geschäfte der Digitalsparte um satte 12% gewachsen.

Der Umsatz in diesem Bereich belief sich auf 3,3 Mrd. €. Das ist zwar, gemessen am Gesamt-Umsatz des Konzerns, noch vergleichsweise wenig.

Doch die Tendenz ist eindeutig: Bis 2020 peilt man bei Siemens weiterhin ein jährlich 2-stelliges Wachstum im Digitalgeschäft an.

Digitale Vernetzung und Simulations-Technik

Was auf den 1. Blick hoch gegriffen klingt, erweist sich als durchaus realistisch, wenn man bedenkt, welch große Rolle Siemens bereits im Bereich der Industrie-Automatisierung spielt.

Rund 30 Mio. bereits bestehende Systeme bei Siemens-Kunden könnten mit Mindsphere gekoppelt werden – ein gigantisches Wachstums-Potenzial.

Auch die Simulations-Technologie gewinnt an Bedeutung.

Wenn Prototypen am Computer entwickelt und getestet werden können, wird dadurch immens am zeitlichen und finanziellen Aufwand gespart. Der 3D-Druck beschleunigt die Verfahren zusätzlich.

Bereits jetzt sind entsprechende Simulationslabors im Einsatz, Siemens untersucht für Kunden beispielsweise mögliche Systemfehler, bevor diese überhaupt aufgetreten sind – und präsentiert Lösungsvorschläge.

Kurzum: Für die Zukunft haben sich die Münchener allemal gerüstet, selbst mit dem gefürchteten US-Konkurrenten General Electric (GE) können sie inzwischen gut mithalten.

Siemens Aktie zählt zu Top-Werten 2016

Aus Anlegersicht ist das alles höchst erfreulich, und ein willkommenes Sahnehäubchen für ein ohnehin ziemlich erfolgreiches Jahr.

Seit der Vorlage der Jahresbilanz konnte die Siemens Aktie noch einmal deutlich zulegen, inzwischen zählt sie mit einem Aufschlag von fast 30% seit Jahresbeginn zu den 3 erfolgreichsten DAX-Werten des laufenden Kalenderjahres.

Analysten sind zuversichtlich beim Blick in die Zukunft:

Neben zahlreichen Empfehlungen, das Papier zu halten, gab es auch einige Kaufempfehlungen mit Kurszielen von bis zu 125 €. Zuletzt kostete die Siemens-Aktie rund 115 €.

2016-12-16-siemens

16. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt