Siemens-Aktie: Nach Milliarden-Zukauf werden die Karten in der Industrie-Automatisierung neu gemischt

Die Industrie 4.0 sorgt für starken Rückenwind bei Siemens und der Aktie des weltweit führenden Elektronik-Riesen; doch lesen Sie selbst... (Foto: wallix / Shutterstock.com)

Schlagwörter wie Industrie-Automatisierung, Industrie 4.0 und Robotik sind im Moment in aller Munde.

Dabei sind es nicht nur die gr0ßen Technologie-Konzerne aus den USA und Asien, die hier den Markt aufmischen.

Auch der DAX-Konzern Siemens hat sich, nicht zuletzt durch eine ausgefeilte Akquisitions-Strategie, zu einem der führenden Player in diesem Zukunftsmarkt entwickelt.

Den Anlegern scheint die Strategie zu gefallen. Bei einem Kurs von 128 € notiert die Aktie nur knapp unter ihrem bisherigen Allzeithoch (133 €).

Auf Sicht der vergangenen 12 Monate beträgt das Kurs-Plus immerhin 40%, auf 5-Jahres-Sicht können sich die Aktionäre sogar über eine Kursverdopplung freuen.

Zukäufe von hoher strategischer Bedeutung

Dass die zunehmende Automatisierung immer wichtiger wird, ist längst kein Geheimnis. Die Experten sind sich einig, dass hohe Zuwachsraten noch auf Jahre hinaus zu erwarten sind.

Es ist folglich auch kein Wunder, dass auch der weltweit führende Elektronik-Riese Siemens von diesem Kuchen ein Stück abhaben will.

Eine wichtige Rolle in der Strategie spielen seit geraumer Zeit gezielte Übernahmen, ob der Kauf:

  • des US-Software-Unternehmens UGS (2007 für 3,5 Mrd. Dollar),
  • des Simulations-Software-Anbieters LMS aus Belgien (2013 für 700 Mio. €)
  • oder des CD-Adapco aus den USA (2016 für 970 Mio. Dollar).

Aber nicht nur prominente Zukäufe gab es. Mit zahlreichen kleineren Übernahmen wie VR-Context, IBS AG, Vistagy oder Kineo CAM rundeten die Münchener gezielt ihr Portfolio ab.

Mentor Graphics ein Meilenstein

Aber der jüngste Deal dürfte eine Schlüsselrolle einnehmen. Gerade schloss der DAX-Riese den Zukauf der US-Firma Mentor Graphics für stolze 4,5 Mrd. Dollar ab.

Damit hat Siemens in den vergangenen 10 Jahren rund 10 Mrd. Dollar für US-Software-Konzerne ausgegeben.

Mentor komplementiert das Siemens-Angebot bei Mechanik und Software mit dem Design, Test und der Simulation von elektrischen und elektronischen Systemen.

Angebot an Industrie-Software wird deutlich vergrößert

Die im US-Bundesstaat Oregon ansässige Mentor Graphics stellt Software für die Konstruktion von Halbleitern her.

Weltweit hat der Konzern 14.000 Kunden in den folgenden Bereichen:

  • Kommunikation,
  • Computer,
  • Unterhaltungs-Elektronik,
  • Halbleiter,
  • Netzwerke
  • sowie Luft- und Raumfahrt,
  • Multimedia
  • und Transport-Industrie.

Laut Finanz-Vorstand Miguel-Angel können die Kunden künftig mit der Software nicht mehr nur die Struktur und die Mechanik eines Produktes designen sowie sein Verhalten simulieren, sondern auch den stetig wachsenden Anteil elektronischer Systeme virtuell abbilden und optimieren.

Zuletzt erzielte Mentor Graphics bei einem Umsatz von 1,28 Mrd. Dollar einen Gewinn in Höhe von 155 Mio. Dollar.

Das entspricht einer Gewinnmarge von 12,08% und liegt damit deutlich über dem Niveau des Siemens-Konzerns.

Für Sie zum Vergleich: Der Elektronik-Gigant brachte es im vergangenen Jahr „gerade“ einmal auf eine Gewinnspanne von 6,84%.

Siemens kündigte an, in 3 Jahren werde Mentor zum Gewinn beitragen. In 4 Jahren ließen sich Synergien auf der Ebene des Betriebsgewinns von 100 Mio. € erzielen.

Strukturelles Wachstum in Sicht

Mit der neuen Positionierung will Siemens v. a. eines: Wachstum sichern.

Siemens hat angekündigt den Umsatz mit Software, digitalen Diensten und Cloud-Plattformen bis 2020 jährlich prozentual 2-stellig steigern zu wollen.

Im vergangenen Geschäftsjahr wuchs das Geschäft um 12% auf 4,3 Mrd. €.

Mit dem Zukauf dürfte die straffe Politik der Zukäufe langsam zu Ende gehen; die Portfolio-Lücken sind geschlossen.

Das beurteilen auch die Analysten so: Sie erwarten nach der Neuausrichtung im kommenden Geschäftsjahr einen Anstieg des Gewinns je Aktie von 8,08 € (2017) auf 8,74 €.

Damit handelt der Konzern aktuell mit dem 15-Fachen der erwarteten Gewinne.


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Von: Rene König. Über den Autor

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