Siemens Energy – lohnt sich der Einstieg?

Siemens logo on the wall of the server room. Editorial 3D

Die Siemens-Tochter ist seit kurzem an der Börse. Anleger sollten hier erst einmal die weitere Entwicklung abwarten. (Foto: Alexey Novikov / Adobe Stock)

Derzeit wagen sich wieder mehr Unternehmen aufs Börsenparkett, darunter sind einige interessante Neuzugänge. Siemens nutzt dabei die Gunst der Stunde, um seine Energie-Tochter an die Börse zu bringen. Für die nächsten Wochen verspricht der Börsen-Neuankömmling viel Abwechslung durch möglicherweise stark schwankende Kurse.

Spin-Off von Siemens

Bei dem Siemens Energy-Börsengang handelt es sich nicht um einen klassischen Börsengang. Vielmehr vollzog die Siemens AG einen Spin-Off – das heißt, eine komplette Unternehmenssparte wurde (fast) auf den Weg in die Selbstständigkeit entlassen. Fast deshalb, weil die Siemens AG als Tochtergesellschaft weiterhin rund 35% der Anteile hält.

Der Börsengang wurde so vollzogen, dass den Aktionären der Siemens-Papiere das neue Papier automatisch in die Depots gebucht wurde. 55% am neuen Unternehmen wurden so auf die breite Masse der Siemens-Aktionäre verteilt.

Unternehmensportrait

Die Siemens Energy AG besteht aus zwei Teilen: einer Kraftwerks- und einer Windsparte. Die Kraftwerkssparte Gas & Power wird von Experten mit 10 bis 15 Mrd. Euro bewertet. Hinzu kommt die 67-Prozent-Beteiligung an dem spanischen Hersteller von Windkraftanlagen Siemens Gamesa, die an der Börse derzeit rund 10 Mrd. Euro schwer ist.

Die Siemens Energy AG beschäftigt weltweit mehr als 90.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2019 gemäß des kombinierten Abschlusses einen Umsatz von rund 29 Mrd. Euro. In den ersten 9 Monaten des aktuellen Geschäftsjahres konnte ein Umsatz von 19,2 Mrd. Euro erzielt werden.

Energiemarkt ist im Wandel

Dabei steht das Unternehmen mittel- und langfristig vor so manchen Problemen: Der Energiemarkt befindet sich im Wandel und gerade das Geschäft mit Kohlekraftwerken könnte zukünftig wegbrechen. Auf der anderen Seite beabsichtigt Unternehmenschef Christian Bruch das Unternehmen auf mehr Marge trimmen und dafür unter anderem Standorte schließen.

Institutionelle Anleger könnten auf der Verkäuferseite stehen

Auch andere Faktoren versprechen Spannung: Dadurch, dass Siemens-Aktionäre automatisch zusätzlich zu Siemens Energy Anteilseignern wurden, könnte es Probleme bei so manchem Fondsmanagern geben. Diese müssen das Papier verkaufen, da die neue Aktie ja nicht Mitglied im DAX ist, den so manche Fonds abbilden. Aus diesem Grund dürften die nächsten Wochen eher volatil verlaufen. Auf langfristige Sicht gilt Siemens Energy aber angesichts seiner Größe durchaus als Kandidat für den DAX.

(Erst einmal) Zurückhaltung angesagt

Ich persönlich bin kein Freund von Börsenneulingen, da es schwieriger ist, ihren fairen Wert abzuschätzen als bei etablierten Aktien. Siemens Energy muss noch beweisen, dass man den Anlegern gute Perspektiven aufzeigen kann. Derzeit gibt es zudem speziell bei dieser Aktie die angesprochenen Unsicherheiten bezüglich des Verhaltens der institutionellen Anleger. Daher rate ich dazu, hier erst einmal an der Seitenlinie zu bleiben.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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