Siemens Gamesa übernimmt Ria Blades

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Der Windkraft-Riese Siemens Gamesa hat die Teilübernahme der insolventen Senvion S.A. abgeschlossen. Als letztes wurde die Senvion-Tochter Ria Blades geschluckt. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Der im spanischen Baskenland ansässige Windkraftanlagenbauer Siemens Gamesa Renewable Energy S.A. gab am vergangenen Donnerstag bekannt, dass er den im portugiesischen Vagos ansässigen Produzenten von Rotorblättern, die Ria Blades S.A., vollständig übernommen hat.

Damit hat Siemens Gamesa den im Oktober 2019 angekündigten Kauf ausgewählter Vermögenswerte der insolventen Senvion AG abgeschlossen. Für die übernommenen Teilbereiche hat Siemens Gamesa insgesamt 200 Mio. Euro bezahlen müssen.

Die beteiligten Firmen im Kurzportrait

Die Siemens Gamesa Renewable Energy S.A. entstand 2017 aus einer Fusion der spanischen Gamesa Corporación Tecnológica S.A. mit dem Bereich Windenergie der deutschen Siemens AG. Die Siemens AG wurde mit 59% der Aktien Mehrheitsaktionär der Siemens Gamesa. Im Februar 2020 erhöhte die Siemens AG ihren Anteil auf 67,1%.

Siemens Gamesa gehört zusammen mit der dänischen Vestas, der chinesischen Goldwind und der deutsch-amerikanischen GE Wind Energy zu den Weltmarktführern unter den Herstellern von Onshore- und Offshore-Windenergieanlagen. Die gut 23.000 Mitarbeiter der Siemens Gamesa erwirtschafteten 2018 einen Umsatz von gut 9,1 Mrd. Euro.

Die in Luxemburg ansässige Senvion S.A. ist ein Windenergiekonzern, der Onshore- und Offshore-Anlagen herstellt. Im April 2019 beantragte die deutsche Tochter Senvion Deutschland GmbH für den Gesamtkonzern ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Als im August letzten Jahres klar wurde, dass das Unternehmen als Ganzes nicht gerettet werden konnte, wurden Teile des Unternehmens zum Verkauf angeboten.

Übernahme mehrerer Senvion-Teilbereiche

Im Oktober 2019 einigten sich Senvion und Siemens Gamesa über den Verkauf einiger Teilbereiche der Senvion. Für insgesamt 200 Mio. Euro erwarb Siemens Gamesa zunächst das europäische Service-Geschäft für Onshore-Windenergieanlagen und das gesamte geistige Eigentum der Senvion.

Diese Teil-Übernahmen konnten bereits Anfang Januar 2020 erfolgreich abgeschlossen werden. Jetzt wurde auch die Übernahme der Senvion-Tochter Ria Blades, dem Werk für Rotorblattproduktion in Portugal, finalisiert.

Siemens Gamesa stärkt Wettbewerbsfähigkeit

Durch die Übernahme der Hightech-Rotorblattproduktion aus Portugal stärkt Siemens Gamesa seine Wettbewerbsfähigkeit und reduziert die Abhängigkeit vom asiatischen Markt.

„Es handelt sich um eines der wettbewerbsfähigsten Werke Europas, eine hochmoderne Anlage, die unsere bestehende Präsenz sehr gut ergänzt. Das neue Werk wird uns dabei helfen, verschiedene Märkte mit unterschiedlichen Modellen zu bedienen, und wir werden dabei die höchsten Standards in der Fertigungsqualität erfüllen”, so Alfonso Faubel, CEO der Geschäftseinheit Onshore bei Siemens Gamesa.

Flaute auf dem europäischen Windmarkt

Der europäische Markt für Windkraftanlagen ist im letzten Jahr ins Stocken geraten. Laut WindEurope sanken die Investitionen für Onshore (Binnenland)-Anlagen im Vergleich zum Vorjahr um knapp -9% auf nur noch 13,1 Mrd. Euro. Grund hierfür sind vor allem die neuen, restriktiven Genehmigungsregelungen in Deutschland.

Die aktuelle Flaute auf dem Windkraftmarkt bestätigt auch der CEO von Siemens Gamesa, Markus Tacke: “Wir agieren in einem hart umkämpften Marktumfeld, und um in einem solchen Umfeld erfolgreich zu bleiben, müssen wir kontinuierlich nach Wegen suchen, um zusammenzuwachsen und uns der Marktdynamik anzupassen”.

Immer mehr Windkraftanlagen-Produzenten geraten aufgrund der rückläufigen Nachfrage ins Straucheln. Die logische Folge ist eine Konsolidierung des Marktes für Windkraftanlagen, wie die Insolvenz der Senvion S.A. und die Übernahme der Senvion-Tochter Ria Blades durch Siemens Gamesa deutlich macht.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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