Siemens Healthineers auf dem Weg in den DAX

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Dank einer Übernahme besitzt Siemens Healthineers gute Chancen auf den DAX-Aufstieg. Die Aktie legt erst einmal den Rückwärtsgang ein. (Foto: Sundry Photography / shutterstock.com)

In den letzten Wochen und Monaten hat die Übernahmefantasie auf Grund der Corona-Pandemie deutlich nachgelassen. Aus diesem Grund überraschte Siemens Healthineers vor einigen Tagen mit der Ankündigung eines großen Zukaufs. Die Anleger quittierten dies mit Abschlägen. Es gibt aber auch Vorteile.

Varian soll für 16,4 Mrd. US-Dollar übernommen werden

Am Wochenende kündigte die Siemens-Tochter an, den US-Konzern Varian für 16,4 Mrd. US-Dollar (14 Mrd. Euro) übernehmen zu wollen, um das Geschäft mit der Krebsforschung und -therapie auszubauen.

Auch die Frage der Finanzierung wurde beantwortet – sie soll etwa je zur Hälfte über Kredite und über neues Eigenkapital erfolgen, das sich die Erlangener über die Ausgabe neuer Aktien beschaffen wollen.

Kapitalerhöhung kommt bei Anlegern nicht gut an

Und genau diese Kapitalerhöhung stieß den Anlegern sauer auf und sie sorgten für deutliche Minuszeichen bei den Aktien des deutschen Konzerns, die damit auf den niedrigsten Stand seit Mai fielen. Dabei hat die Kapitalerhöhung neben den Einnahmen für den Konzern noch einen weiteren Vorteil:

Aufstieg in den DAX wahrscheinlich

Da sich die Konzernmutter Siemens nicht an dieser Corporate Action beteiligt, wird der Streubesitz der Siemens-Healthineers-Aktien steigen. Das wird zu einem höheren Handelsvolumen führen, welcher für einen möglichen Aufstieg in den DAX ein wichtiges Kriterium ist. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 41 Mrd. Euro hat Siemens Healthineers ein erstes Kriterium zwar erfüllt, allerdings ist der für die DAX-Aufnahme entscheidende Börsenwert des Streubesitzes zu gering.

Dies wird sich mit der Kapitalerhöhung ändern. Ein Aufstieg in die erste Börsenliga scheint damit nur noch eine Frage der Zeit zu sein – zumal mit Wirecard ohnehin schon ein Absteiger feststeht.

Geschäftszahlen im Rahmen der Erwartungen

Bei der Geschäftsentwicklung des Unternehmens gab es keine Überraschungen. Zwar ging im dritten Quartal der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresabschnitt um 7,2 % auf 3,31 Mrd. Euro zurück, doch dieses Minuszeichen ist vor allem Corona geschuldet. Dies wird dadurch deutlich, dass vor allem das Diagnostikgeschäft deutliche Abschläge verbuchte, weil Routine-Untersuchungen zurückgefahren wurden.

In der Bildgebung und in der Präzisionsmedizin gab es hingegen nur leichte Minuszeichen. Das um Sondereffekte bereinigte Ebit sank um 15% auf 461 Mio. Euro. Nach Steuern verdiente Siemens Healthineers 271 Mio. Euro. Im Vorjahreszeitraum lag dieser Wert noch bei 353 Mio. Euro.

Prognose abgegeben

Nachdem der bisherige Ausblick im Mai wegen anhaltender Unsicherheiten zurückgezogen wurde, gab der Konzern wieder eine Prognose für das Gesamtjahr ab. Jetzt wird für das Ende September auslaufende Geschäftsjahr 2020 mit einem stabilen Umsatz auf vergleichbarer Basis – also ohne Übernahme- und Währungseffekte gerechnet. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn je Aktie wird zwischen 1,54 und 1,62 (Vorjahr: 1,70) Euro prognostiziert.

Angemessene Bewertung

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 28 und Dividendenrendite von rund 2% sehe ich die Aktie derzeit als angemessen bewertet an. Große Sprünge erwarte ich für die Aktie nicht. Die Möglichkeit eines DAX-Aufstieges könnte zwar kurzfristig für steigende Kurse sorgen. Allein deswegen sollten Sie aber kein Investment eingehen.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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