Siemens hebt nach starken Zahlen die eigene Prognose an

Nachdem das DAX-Schwergewicht Siemens gestern schon mit einer Meldung bzgl. einer Übernahme in der Softwarebranche (Siemens übernimmt CD-adapco, einen Anbieter von Simulations-Software) für Aufsehen sorgte, setzte das Unternehmen in den Abendstunden sogar noch einen drauf.

Siemens präsentierte starke Zahlen für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2015/2016 (bis Ende September) und hob zugleich die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr an. Daraufhin haussierte die Siemens-Aktie heute in einem schwächelnden Gesamtmarkt und legte in der Spitze um mehr als 8% zu.

Die starken Zahlen des 1. Quartals im Überblick

Die Geschäfte im zurückliegenden Quartal (Oktober bis Dezember) liefen insgesamt deutlich besser als gedacht. Dank einiger Großbestellungen stieg der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 25% auf 22,8 Mrd. Euro.

Vor allem Teile eines Großauftrags in Ägypten zur Lieferung vom Gas- und Windkraftwerken schlugen sich darin nieder. Der Umsatz kletterte in den Monaten Oktober bis Dezember 2015 um 8% auf 18,89 Mrd. Euro.

Allerdings waren für den größten Teil des Umsatzplus positive Wechselkurseffekte und Zukäufe verantwortlich. Aber: Auch ohne Zukäufe und positive Wechselkurseffekte wuchs der Umsatz bei Siemens immerhin noch um 1% im Vergleich zum Vorjahr.

Der operative Gewinn im Industriegeschäft legte überproportional zum gesamten Umsatzwachstum um 10% auf 1,99 Mrd. Euro zu. Die wichtige operative Ergebnismarge stieg auf 10,4%. An dieser Kennzahl bemisst Siemens maßgeblich den eigenen Erfolg. Auf Sicht des gesamten Geschäftsjahres soll die Ergebnismarge einen Wert zwischen 10 und 11 erreichen.

Der Nettogewinn zog sogar um 42% auf 1,56 Mrd. Euro an. Allerdings muss in diesem Zusammenhang noch erwähnt werden, dass im Vorjahreszeitraum Sonderfaktoren außerhalb des Industriegeschäfts den Nettogewinn belasteten. Daher hinkt der Vergleich der beiden Perioden etwas.

Die neue Prognose für das laufende Geschäftsjahr

Siemens-Chef Joe Kaeser und sein Finanzchef Ralf Thomas rechnen nach den starken Zahlen des Auftaktquartals nun für das Geschäftsjahr 2015/2016 mit einem Gewinn je Aktie von 6 bis 6,40 Euro. Zuvor lag die Prognose zwischen 5,90 und 6,20 Euro.

„Wir haben ein starkes Quartal geliefert und sind mit der Umsetzung unserer Vision 2020 auf gutem Weg“, kommentierte Kaeser die aktuelle Quartalsbilanz. Die neue Gewinnschätzung je Aktie zeigt, dass das Siemens-Management nicht nur mit dem zuletzt geleisteten und erreichten zufrieden ist, sondern auch optimistisch in die Zukunft blickt.

Und das nach meiner Einschätzung aus gutem Grund: Der Siemens-Konzern entwickelte sich zuletzt trotz nicht immer einfacher Rahmenbedingungen sehr erfreulich und somit deutet vieles darauf hin, dass der Konzern sich auf gutem Wege befindet.

Zwar stieg die Siemens-Aktie in den vergangenen Tagen schon von rund 80 auf knapp 90 Euro. Doch bis zu ihrem 12-Monats-Hoch bei 106,35 Euro bietet die Siemens-Aktie noch immer fast 20% Kurspotenzial. Hinzu kommt eine üppige Dividendenrendite von rund 3,9%.

26. Januar 2016

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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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