Siemens stellt sich neu auf und setzt auf Wasserstoffzüge

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Neben Alstom setzen auch Siemens und Siemens Energy auf Wasserstoffzüge. Der Siemens-Konzern stellt sich neu auf. (Foto: Cineberg / Shutterstock.com)

Sie kennen Siemens vielleicht als schwerfälligen Mischkonzern. Doch jetzt kommt Bewegung in das Unternehmen. In der vergangenen Woche hatte ich Ihnen bereits über die Abspaltung der Energiesparte vom Siemens-Konzern berichtet. Nun meldete der DAX-Konzern auch noch, dass man auf Wasserstoffzüge setzt.

Bevor ich an meinen gestrigen Schlussgong-Beitrag anknüpfe, in dem es um den Siemens-Konkurrenten Alstom und seine Wasserstoffzüge ging, fasse ich für Sie noch einmal das Wichtigste rund um die Abspaltung der Siemens-Energiesparte zusammen.

Am Freitag vor zwei Wochen war die Abspaltung der Siemens Energiesparte Siemens Energy durch einen Eintrag ins Handelsregister offiziell geworden. Jeder Siemens-Aktionär hat in der Folge für zwei Siemens-Aktien jeweils eine Aktie der neuen Gesellschaft Siemens Energy AG erhalten.

Am Montag vergangener Woche wurde die Siemens-Energy-Aktie erstmals gehandelt und legte einen durchwachsenen ersten Börsentag hin. Danach folgten jedoch einige positive Analystenkommentare, sodass die Aktie leicht gestiegen ist.

Aufgrund der Abspaltung des Energiegeschäfts von Siemens hatte der DAX am Montag vergangener Woche kurzzeitig 31 statt wie sonst 30 Mitglieder. Das war aber nur eine Randnotiz. Dazu passend: Möglicherweise wird der DAX bald sogar dauerhaft auf 40 Mitglieder aufgestockt. Darüber hatte ich am Montag dieser Woche berichtet.

Wasserstoffsysteme für Schienenfahrzeuge geplant

Zurück zu Siemens. Blicken wir nun auf die Wasserstoff-Pläne des Unternehmens: Gestern wurde bekannt, dass Siemens Energy und Siemens Mobility ein sogenanntes Memorandium of Understanding unterzeichnet haben, um gemeinsam Wasserstoffsysteme für Schienenfahrzeuge anzubieten. Ein konkreter Zeitplan wurde zunächst aber nicht genannt.

Mit der Forschungskooperation wollen beide Unternehmen eine Lösung entwickeln, um dieselbetriebene Triebwagen zu ersetzen. Auf Streckenabschnitten ohne Oberleitung werden solche Triebwagen derzeit noch regelmäßig eingesetzt. Und in Deutschland sind rund 50% der Streckenabschnitte ohne Oberleitungen.

Da in den kommenden 20 Jahren in ganz Europa mehrere Tausend dieselelektrische Triebwagen durch umweltfreundlichere Modelle ersetzt werden sollen, winkt dem Siemens-Konzern und der jüngsten Abspaltung Siemens Energy (hier ist der Siemens-Konzern aber auch noch Großaktionär) eine große Chance.

Eine große Chance sind mit Wasserstoff betriebene Züge aber auch für den Siemens-Konkurrenten Alstom, über den ich gestern an dieser Stelle berichtet habe.

Chance auf positive Neubewertung

Für Siemens sehe ich neben der Zusatzchance durch die Wasserstoffzüge auch die Chance, dass bei dem Unternehmen nach dem gelungenen Umbau eine positive Neubewertung seitens der Analysten stattfindet.

Siemens-Chef Joe Kaeser, der im Februar des kommenden Jahres seinem Nachfolger das Feld überlässt, hinterlässt aus meiner Sicht ein gut aufgestelltes Unternehmen. Zwar hat sich die Siemens-Aktie seit den Corona-Tiefs im März bereits deutlich erholt, dennoch hat sie allein bis zu den alten Hochs immer noch rund 20% Kurspotenzial. Eine neue Analyse der Siemens-Aktie finden Sie auch im heute veröffentlichten Monatsbericht meines Börsendienstes „Der Depot-Optimierer“.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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