Siemens vor wichtigem Widerstand

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Sind Sie bereit für den Ausbruch? Wissen Sie schon in welche Richtung? Siemens könnte jetzt wie der DAX auch nach oben durchziehen, aber klappt das wirklich? (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Heute gibt es für Sie einmal eine Chartanalyse zu Siemens. Dort befinden wir uns an einem neuralgischen Punkt und es könnte von hier wieder abwärts gehen. Schauen wir uns an, was passieren muss, damit Siemens die Hürde überspringt und weiter steigen kann.

Siemens Chartanalyse

Ich muss gestehen, dass ich Siemens bereits vor einer Woche schon als Short-Kandidat gesehen habe. Mein Zertifikat, das ich damals gekauft habe, steht aber aktuell nur mickrige 3 Prozent im Plus. Insofern ist hier fast noch nichts passiert aus heutiger Sicht. Zwischendurch waren es schon knapp 20 Prozent Profit, aber ich gehe weiterhin davon aus, dass das noch mehr werden können. Zum Chart:

Der Aktienwert von Siemens hat sich durch die Corona-Krise etwa halbiert. Bei 58,76 Euro war das Tief und seitdem haben wir 50 Prozent der Strecke absolviert. Das ist nahezu identisch mit dem Kursverlauf des DAX. Wir waren vergangene Woche bereits an diesem Level angekommen und sind dort nach unten abgeprallt. Ja, auch der DAX. Heute steht dieser fast bei 10.900 Punkten. Das sind gut 300 Punkte weniger als vor ein paar Tagen.

Zurück zu Siemens. Das 50er Fibonacci Retracement hat sich bereits einmal als Widerstand gezeigt. Heute schließen wir vermutlich auch wieder darunter. Vielleicht gibt es morgen erneut eine Rolle rückwärts. Letztlich ist es mir aber egal, ob wir morgen oder nächste Woche wieder gen Süden drehen. Mein Knockout liegt etwa beim dem 79er Retracement und zwar bei knapp 105 Euro.

Sollte Siemens wirklich so weit nach oben ziehen, dann war es das mit dieser Idee. Doch bis dahin habe ich noch fast 20 Euro Puffer. Da müsste der DAX im Vergleich schon wieder bei 13.000 Punkten stehen. Und das über den Sommer hinweg. Wie soll das denn gehen?

Nein, ganz so blauäugig sehe ich das nicht. Es kann passieren. Die Notenbanken fluten und alles wird gekauft. Völlig egal, wie viele Arbeitslose es gibt und wie viele Unternehmen Insolvenz anmelden. Irgendwo muss das Geld schließlich hin. Warum nicht an die Börse?

Aber unter uns: Wie hoch sehen die Chance wirklich, dass der DAX über den Sommer hinweg noch einmal 20 Prozent drauflegt?

Darf’s ein bisschen mehr sein?

Nach oben können wir immer einmal kurz überschießen. Doch haben Sie bitte im Hinterkopf, dass der Bärenmarktrallye ganz schnell die Luft ausgehen kann. Alle Marktteilnehmer sind jetzt sensibel nach dem Crash im Februar und März. Was meinen Sie, was passiert, wenn wir jetzt noch ein paar rote Tageskerzen hintereinander sehen. Wenn der DAX unter das 38er und der S&P 500 unter das 50er Retracement fallen – dann wird aber ganz schnell verkauft. Dann ist nämlich die Panik wieder da.

Wie tief geht es im Sommer?

Kommt darauf an, wen Sie fragen. Viele gute Analysten, die die meiste Zeit Recht haben, sehen es folgendermaßen: Wir fallen noch einmal und es wird eine zweite Welle mit Abverkauf geben. Dabei werden wir sogar die bisherigen Tiefs unterbieten.

Wenn das wirklich so kommt, würde Siemens wohl auch unter 58 Euro fallen. Und der DAX unter 8.000 Punkte. Es ist deshalb aktuell völlig in Ordnung, wenn Sie auf weiter steigende Kurse setzen. Haben Sie nur im Hinterkopf, dass das Blatt auch sehr schnell drehen kann. Arbeiten Sie unbedingt mit Stoploss oder mit Absicherungen, die im Notfall greifen.

Steigen wir jetzt einfach weiter, als wäre nichts gewesen? Auch gut. Dann spielen wir die Party nach oben. Dann löst sich zwar mein Zertifikat in Luft auf, aber dafür gibt es dann noch andere Varianten im Depot, die an der Rallye beteiligt sind.

Was allerdings auffällt: Der Markt wartet auf einen großen Impuls. Machen Sie Ihre Chartsoftware auf und schauen sich die Bollinger Bänder  im Tageschart an. Die laufen enger zusammen. Das ist oft ein Zeichen dafür, dass bald eine größere Bewegung kommt.

In welche Richtung die geht, hängt oft vom Sentiment ab. Das ist beim DAX zu 60 Prozent gerade Short. Somit könnte die Bewegung nach oben gehen, um kurz die Shorts einzusammeln. Achten Sie darauf! Der Markt geht immer den Weg des größten Schmerzes. Das sehen wir immer wieder.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.