Signifiy: Osram-Rivale geht auf Einkaufstour und legt Offerte für Cooper Lightning auf den Tisch

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Signifiy: Niederländischer Beleuchtungsspezialist wagt den Sprung über den großen Tisch und legt Milliardenofferte für Cooper Lightning auf den Tisch (Foto: AR Pictures / shutterstock.com)

Im Markt für Beleuchtungssysteme ist momentan ordentlich was los: Während die Übernahme des Lichtspezialisten Osram gerade erst geplatzt ist, geht der niederländische Rivale Signify in die Offensive und streckt seine Fühler in die USA aus. Signify (vormals Philips Lighting) ist der Weltmarktführer für Beleuchtung und hat gerade die Übernahme des Beleuchtungsunternehmens Cooper Lighting Solutions von der Eaton Corporation angekündigt.

Den Aktionären von Signify scheint der Deal zu gefallen. Der Kurs der Papiere zog in einer ersten Reaktion um beinahe 2% an.

Übernahme soll aus Schulden finanziert werden

Für den US-Konzern Cooper Lightning Solutions wollen die Niederländer immerhin 1,3 Milliarden Euro auf den Tisch legen. Der Abschluss der Transaktion wird für das erste Quartal 2020 erwartet. Finanziert werden soll der Deal durch die Aufnahme von Fremdkapital.

Das US-amerikanische Unternehmen Cooper hat seinen Sitz in Peachtree, Georgia. Die Gesellschaft ist ein Anbieter von professioneller Beleuchtung, Lichtsteuerungen und vernetzter Beleuchtung und bietet eine große Bandbreite an Produkten und Lösungen sowohl im Innen- als auch im Außenbereich an.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr gingen bei Cooper Umsätze in Höhe von 1,7 Mrd. Dollar durch die Bücher – 83 % der Umsätze waren LED-basiert. Unter dem Strich erzielte die Gesellschaft einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 187 Mill. Dollar. Das entspricht einer EBITDA-Marge von 11%. Basierend auf den letzten Geschäftsjahreszahlen zahlt Signify also den 0,76-Fachen Umsatz und das 7-Fache des EBITDAs.

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Signify stärkt globale Marktposition

Mit der Übernahme will Signify seine Stellung auf dem nordamerikanischen und dem globalen Beleuchtungsmarkt stärken. Experten schätzen das Marktvolumen auf 12 Milliarden Dollar. Sie müssen wissen: Signify gilt als global größter Lichtspezialist. Nummer 2 ist Acuity Brands in den USA. Danach folgen Cree, Zumtobel und Fagerhult.

Im vorigen Jahr stand bei Signify das Geschäft in Nord- und Südamerika für 30 % des Volumens während Europa 36 % zum Gesamtgeschäft beitrug. Lampen standen für 23 % des Umsatzes von 6,35 Milliarden Euro, LED für 29 % und „Professional“ für 41 %. Im Markt für Profis sieht sich Signify damit global als Nummer 2. Mit einem Jahresgewinn von 263 Millionen Euro erzielten die Niederländer zuletzt eine Gewinnspanne von 4,14%.

Schuldenquote soll halbiert werden

Nach dem Deal soll die Verschuldung von Signify schrittweise wieder heruntergefahren werden. Innerhalb der kommenden drei Jahr planen die Niederländer eine Halbierung des Verschuldungslevels. Dazu sollen auch realisierte Synergien beitragen, die laut Unternehmensangaben bei rund 60 Millionen Dollar pro Jahr liegen dürften. Nach dem Milliardendeal soll mit Zukäufen erstmal Schluss sein. Größere Übernahmen wird es keine mehr geben. Ab dem ersten Jahr soll der Cooper-Zukauf einen positiven Gewinnbeitrag liefern.

Zustimmung der Behörden könnte Hürde sein

Bevor die Transaktion allerdings durchläuft, müssen die Wettbewerbsbehörden noch ihren Segen geben. Auf Grund der Größe und Marktposition von Cooper dürften die Aufseher einen genaueren Blick auf den Deal werfen. Ein Selbstläufer dürfte der Zukauf daher nicht werden.


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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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