Silber 2020: Angebotsüberschuss bleibt bestehen

Silber Mine Arbeiter – shutterstock_87973216 Joe Belanger

Auch im kommenden Jahr wird wohl das Silber-Angebot die Nachfrage wieder übersteigen. Was bedeutet das für den Silbermarkt? (Foto: Joe Belanger / Shutterstock.com)

2019 war ein spannendes Jahr für die Edelmetalle. Doch jetzt stellt sich die Frage: Wohin geht die Reise im kommenden Jahr? Genau das möchte ich in den kommenden Tagen genau unter die Lupe nehmen und Ihnen die wichtigsten Prognosen für die weitere Entwicklung bei den Edelmetallen präsentieren. Anders als vielleicht zu erwarten ist, starte ich heut einmal mit Silber. Hier sehen die Prognosen für 2020 besonders vielversprechend aus.

Dazu trägt sicherlich auch bei, dass der Silberpreis im laufenden Jahr zwar angestiegen ist, aber nicht so stark wie der Goldpreis. Denn während der Goldpreis im September immerhin ein neues Sechseinhalb-Jahreshoch erreichte, war es beim Silber mit knapp 20 USD nur ein Dreijahreshoch. Die Hochstände aus dem Jahr 2013, die vom Gold jetzt überschritten wurden sind beim Silber noch mehr als 30 % entfernt. Das Rekordhoch selbst aus dem Jahr 2011 lag bei knapp 50 $ und liegt noch außerhalb jeglicher Reichweite. Somit fällt auch das Jahresplus mit 7 % eher schwach aus.

Fakt ist: Der physische Silbermarkt hat nun schon seit vier Jahren einen klaren Angebotsüberschuss. So haben jetzt die Experten des Silver Instituts errechnet, das am physischen Silbermarkt ein Überschuss von 16,9 Mio. Unzen vorliegt. Das entspricht immerhin 525 t. Doch diese Zahl bietet ein positives Signal. Denn im Vorjahr lag der Überschuss noch rund doppelt so hoch.

Globale Silbernachfrage wird 2020 wohl klar ansteigen

Gleichzeitig hat das Silver Institute berechnet, dass die globale Silbernachfrage immerhin um knapp 2 % auf 1 Mrd. Unzen ansteigen soll. Gleichzeitig soll das Angebot stagnieren. Dazu müssen Sie wissen, welche großen Bereiche die Silber-Nachfrage besonders antreiben. Das sind die Bereiche Schmuck und Silberwaren und natürlich auch der Bereich Münzen und Barren.

Den größten Anteil hat jedoch die Industrie mit immerhin 55 % und die sollte auch im kommenden Jahr auf diesem Niveau verharren. Es ist aber gut möglich, dass zu einer Verschiebung der Nachfrage kommt. Die Experten vom Silver Institute halten einen konjunkturbedingten Rückgang der Silbernachfrage für elektrische und elektronische Komponenten durchaus für möglich. Auf der anderen Seite kann es aber auch eine höhere Silbernachfrage in der Autoindustrie geben und auch der Blick auf die Minenproduktion ist immer wieder aufschlussreich. Hier erwarten die Experten sogar für 2020 den vierten Produktionsrückgang in Folge.

Das Investment-Interesse beim Silber ist weiterhin hoch. Das zeigt der Blick auf die wichtigen Silber ETFs. Die haben den ersten zehn Monaten des Jahres 2019 deutliche Zuflüsse erfahren. Laut aktueller Daten von Bloomberg lagen die Nettozuflüsse hierbei 100 Mio. Unzen. So hohe Zuflüsse hat es zuletzt im Krisenjahr 2009 gegeben.

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Heiko Böhmer
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