Silber 2020: Die industrielle Nachfrage bleibt entscheidend

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2019 stand Silber etwas im Schatten des Goldes. Doch 2020 könnte sich das ändern. Lesen Sie hier die Gründe. (Foto: VladKK / shutterstock.com)

Auf die aktuelle Lage beim Silber bin ich schon Anfang der Woche in einer Ausgabe eingegangen. Heute möchte ich das Thema noch einmal aufgreifen – aber verstärkt auf die Nachfragetreiber bei diesem Metall schauen.

So wird Silber natürlich als erstes auch in den Bereich der Edelmetalle einsortiert und von vielen so angesehen. Doch im Unterschied zu Gold wird Silber natürlich auch stark industriell eingesetzt und dort tatsächlich verbraucht. Das ist der große Unterschied zum Gold, wo eigentlich der Einsatz im Schmuckbereich oder als Investment im Vordergrund steht und so Gold nicht wirklich verbraucht wird. Vielmehr wachsen die Goldbestände weltweit stetig an.

Durch die schnelle Nutzung beim Silber ist es aber notwendig, dort genauer hinzuschauen welche Bereiche jetzt besonders wichtig für die Weiterentwicklung sind. Und hier kommt natürlich einmal mehr der Handelskonflikt zwischen USA und China ins Bild.

So hat beispielsweise China in den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres ein Fünftel weniger Silber importiert als noch im Jahr zuvor. Ein wichtiger Faktor ist hier die Photovoltaik Industrie. Silber wird in den Solaranlagen eingesetzt, dass es ein wichtiger Gradmesse. Der Rückgang ist auch auf die eingeführten Strafzölle zurückzuführen.

Automobilbereich auch wichtig für Silber

Nach aktuellen Angaben des Silver Instituts ist auch der Automobilbereich ganz wichtig für den Silbereinsatz. So wird Silber immer häufiger auch wegen seiner herausragenden Leitfähigkeit in der Automobilindustrie eingesetzt. Es ist jedoch kaum davon auszugehen, dass dieser größere Einsatz die schwächere Entwicklung in der Photovoltaik Industrie auffängt.

Dennoch muss Ihnen beim Silber eins klar sein: Auf dem aktuellen Preisniveau verdienen viele Minenbetreiber kaum noch ordentliche Marge. So ist ein moderater Anstieg schon in den nächsten zwölf Monaten zu erwarten. Viele Experten gehen beispielsweise von einem Preis etwas über 18 USD pro Unze im Jahresdurchschnitt aus. Das wäre schon ein kleiner Aufschlag zum aktuellen Preisniveau von 17 USD pro Unze. Es ist aber auch kein Grund zur Euphorie beim Silber. Dazu ist das globale Angebot beim Silber schlicht und einfach zu groß.

Auch 2020 wird es wieder ein Überangebot am Weltmarkt geben und das hat sich wie die Vergangenheit gezeigt hat selten als preistreibend erwiesen. Insofern ist für 2020 ein moderater Anstieg beim Silber gut möglich, der wieder einmal im Schatten des Goldes verlaufen wird. Das hat sich historisch schon oft gezeigt.

Die Perspektiven beim Gold im kommenden Jahr zu erwarten sind, weil ich ihn in weiteren Ausgaben noch näher vorstellen.

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Heiko Böhmer
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