Silber: Aktuelle Schwäche kann erst einmal anhalten

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Silber hat in nur einer Woche rund 25% an Wert verloren und notiert jetzt auf einem 10-Jahres-Tief. Das kann auch erst einmal so bleiben. (Foto: VladKK / shutterstock.com)

Auch heute blicke ich noch einmal auf die aktuelle Lage bei den Edelmetallen. Besonders unter Druck stand zuletzt hier Silber. Und der Absturz ist doch massiv ausgefallen. In nur einer Woche hat der kleine Bruder vom Gold rund 25% an Wert verloren.

Mit rund 12,50 USD pro Feinunze notiert Silber jetzt auf einem 10-Jahres-Tief. Besonders spannend ist der Silberpreis im Vergleich zum Goldpreis. Wie Sie wissen, gibt es die Gold-Silber-Rate. Die gibt an, wie viele Unzen Silber notwendig sind, um eine Unze Gold zu kaufen. Lange Zeit notierte dieser Wert im Bereich zwischen 80 und 90 Unzen. Das ist aus historischer Sicht schon ein hoher Wert. Doch in den vergangenen Tagen erreichte diese Vergleichszahl den Wert von 120. Daran erkennen Sie zum einen die zuletzt doch noch starke Performance beim Gold und die deutliche Schwäche beim Silber.

Spannend ist hierbei aber auch der Blick auf den physischen Markt. Wie Sie wissen, gelten gerade physische Edelmetalle als wichtige Krisenabsicherung. Und wer nun gedacht hat, der massive Preisverfall am Terminmarkt muss sich auch auf dem physischen Markt widerspiegeln, der hat sich getäuscht.

So sind die Aufschläge beim Silbermarkt derzeit extrem hoch. Wenn Sie also derzeit Münzen oder Silberbarren kaufen möchten, müssen Sie tief in die Tasche greifen. Das liegt schlicht und einfach daran, dass die Nachfrage so extrem groß ist.

Silber jetzt fast nur noch im Onlinehandel erhältlich

Zudem müssen nun viele Käufer in Deutschland auf den Onlinehandel setzen. Durch die doch in vielen Bundesländern geltenden Regelungen für den Einzelhandel, sind spätestens ab heute in etlichen Städten die Verkaufsstellen für Edelmetalle geschlossen. Sie fallen nun einmal nicht in die Kategorie der absolut notwendigen Einzelhändler. Das mag der ein oder andere vielleicht etwas anders sehen, doch grundsätzlich ist es richtig auch hier den Verkauf vor Ort einzuschränken, um die Verbreitung des Corona Virus einzudämmen.

Aber wie geht es nun weiter beim Silber? Tatsächlich ist das Edelmetall eben auch ein wichtiges Industriemetall. Und wenn hier die Nachfrage mittelfristig erst einmal schwach bleiben sollte, kann der Preis auch auf mittlere Sicht erst einmal unten bleiben.

So werden eben große Mengen Silber in der Industrie eingesetzt – beispielsweise in Elektromotoren oder auch in Speicherkapazitäten. Doch wenn nun hier immer mehr Produktionsstätten geschlossen werden, wird auch die Nachfrage drastisch sinken.

Da ist es auch möglich, dass die Gold Silberrate auf diesem hohen Niveau bleibt oder sogar noch weiter ansteigt, denn Gold hat wiederum einen ganz anderen Charakter als Krisenabsicherung.

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Heiko Böhmer
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