Silber hat massiv aufgeholt im Verhältnis zum Gold

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In den vergangenen Wochen hat der Silberpreis deutlich stärker zugelegt als der Goldpreis. Seit dem Tief im März hat es eine Verdopplung gegeben. (Foto: VladKK / shutterstock.com)

Lange Zeit spielte Silber in der Wahrnehmung vieler Investoren nur eine untergeordnete Rolle. Doch das hat sich in den vergangenen Monaten geändert. Hier hat der Silberpreis deutlich stärker zugelegt als er Goldpreis. Stellen Sie sich vor: Seit dem Tief im März bis zum Hoch vor einigen Wochen hat der Silberpreis um mehr als 100% zugelegt. Das ist auch beim Silber ungewöhnlich, obwohl das Edelmetall für große Schwankungen bekannt ist.

Doch wie ist denn der Silberpreis im Vergleich zum Goldpreis aktuell einzuschätzen? Das lässt sich auch an der wichtigen Gold-Silber-Ratio ablesen. Die gibt an, wie viele Unzen Silber notwendig sind, um eine Unze Gold zu kaufen. Das Verhältnis war in den letzten Jahren extrem hoch, was die niedrige Bewertung von Silber im Vergleich zu Gold über einen längeren Zeitraum unterstreicht. Im März 2020 erreichte die Quote ein Rekordhoch mit einem Wert von 126.

Silber hat noch immer Potenzial – auch nach dem deutlichen Anstieg

Das Verhältnis hat sich von diesen Rekordhöhen korrigiert, ist aber immer noch auf einem erhöhten Niveau, was auf einen höheren potenziellen Aufwärtstrend für Silberpreise im Vergleich zu Gold hindeutet.

Ganz wichtig ist aber die folgende Tatsache: Diese Verhältniszahl gibt immer nur das aktuelle Bild an den Märkten wieder. Es gibt keinen physischen, geologischen, chemischen, elektrischen, finanziellen oder anderen Grund, warum von Gold und Silber erwartet werden sollte, dass sie in einer bestimmten Beziehung zueinander handeln. Dennoch hat sich diese Kennzahl als Bewertungskennziffer ei den Edelmetallen etabliert – als eine von zahlreichen Kennzahlen.

Wie sieht es denn mit langfristigen Durchschnitt beim Verhältnis von Gold und Silber aus? Das langfristige Tagesdurchschnittsverhältnis Gold/Silber liegt bei 65, allerdings ist das Verhältnis von einem Tiefstand von 16 im Januar 1980 auf einen Höchststand von 126 im März 2020 deutlich angestiegen.

In diesen Tagen liegt die Kennzahl bei etwa 71 und damit ist sie etwa 8,5 % vom Durchschnitt entfernt.

Neben dem positiven Bild, das das Verhältnis für Silberpreise zeichnet, hat das Metall auch die Unterstützung der Investoren, die von den relativ düsteren Aussichten für die makroökonomischen Bedingungen in den kommenden Jahren getrieben werden. Und diese positiven Faktoren wirken sowohl für Gold als auch für Silber. Insofern bleibt das Bild für die Edelmetalle insgesamt günstig.

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Heiko Böhmer
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