Silber: Industrielle Nachfrage soll bis 2018 deutlich steigen

Der Trend aus dem Jahr 2014 setzt sich fort: Auch im neuen Jahr ist der deutsche Leitindex im ersten Anlauf an der 10.000-Punkte-Marke gescheitert. Bei 9.962 Punkten gaben die Bullen auf und der DAX sackte anschließend auf 9.817 Punkte ab. Unter dem Strich verlor der DAX damit 1,25%.

Schwankungsstark bleiben auch die Rohstoff- und Edelmetallpreise. Das Edel- und Industriemetall Silber gehörte im Börsenjahr 2014 zu den Verlierern und schnitt mit einer Preisentwicklung von -6,62% zudem schlechter ab als der „große Bruder“ Gold.

Die negative Preisentwicklung von Silber aus dem vergangenen Jahr könnte sich schon bald spürbar umkehren.

Denn: Silverinstitute.org, das offizielle Organ der Silberproduzenten, sieht bis 2018 einen Anstieg der industriellen Silbernachfrage um 27%. Die steigende Nachfrage soll zu einem großen Teil dem Bereich für elektronische Anwendungen geschuldet sein.

Laut Prognose wird die industrielle Nachfrage auf 680 Mio. Unzen oder rund 21.000 Tonnen steigen. Bleibt die nichtindustrielle Silbernachfrage konstant, würde sich daraus ein Wachstum von insgesamt 13% oder etwa 3% pro Jahr ergeben.

Dieses Wachstum entspricht grob dem Zuwachs der Minenförderung der vergangenen Jahre. Ob es zu einem Angebotsdefizit kommt, hängt von folgenden Faktoren ab:

Folgende Faktoren sind wichtig für den Silberpreis

  • Bleibt die Schmuck- und Investmentnachfrage, die rund die Hälfte der gesamten Nachfrage ausmacht, auf dem aktuellen Niveau, steigt oder sinkt sie? Historisch betrachtet hängt die Investmentnachfrage nach Silber vom Gold ab. Das bedeutet: Wenn der Goldpreis weiter steigt, sollte das auch die Investmentnachfrage nach Silber steigern. Fällt der Goldpreis, so wirkt sich diese Entwicklung auch negativ auf die Silbernachfrage und den Silberpreis aus.
  • Steigt die Minenförderung weiter im selben Ausmaß wie zuletzt? Da die Silberförderung zu 80% durch andere Metalle wie Kupfer, Blei, Zinn oder Zink bestimmt wird (es gibt nur wenige reine Silberminen; oft ist Silber nur ein „Abfallprodukt“ in anderen Rohstoffminen), hängt die Minenförderung von Silber in hohem Maße von der Entwicklung der globalen Konjunktur ab. Sinkt die Nachfrage nach den anderen genannten Metallen, wird mittelfristig auch die Förderung zurückgehen. Ein sinkendes Angebot wäre in der Tendenz gut für den Silberpreis.
  • Welche Rolle wird künftig das Recycling-Silber spielen? Altsilber zeichnete sich im Jahr 2011 mit rund 260 Mio. Unzen immerhin für ein Viertel des gesamten Silberangebots von 1.038 Unzen verantwortlich. Im Jahr 2013 sank dann jedoch der Anteil des Altsilbers am gesamten Silberangebot auf nur noch ein Fünftel (192 von 978 Mio. Unzen). Dies war vor allem eine Folge des unattraktiven Silberpreises. Daher gilt: Steigt der Silberpreis, wird auch der Anteil von Alt- oder Recycling-Silber am gesamten Silberangebot wieder zunehmen.

Fazit: Silber hat das Zeug zum Überraschungsgewinner

Silber hat durch die steigende Industrienachfrage und aufgrund des Nachholpotenzials gegenüber Gold das Zeug dazu, einer der Überraschungsgewinner der kommenden Börsenjahre zu werden.

14. Januar 2015

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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