Silber: Jetzt startet das Edelmetall wieder durch

Die Korrektur beim Silber ist wohl überwunden. Produzenten wie First Majestic Silver sichern sich aber erst einmal ab – mit mehr oder weniger Erfolg. (Foto: VladKK / shutterstock.com)

Jetzt lohnt sich für Sie auf jeden Fall wieder der Blick auf den Silbermarkt: Mit rund 21,50 Dollar pro Unze steht der Preis so hoch wie seit Mitte Juni nicht mehr.

Die Panik bei den Edelmetallen insgesamt ist erst einmal vorbei. Dazu tragen sicherlich auch Meldungen aus der Branche bei.

So melden eben immer mehr Produzenten Probleme beim Ausbau der Produktion bei bestehenden Minen oder sogar beim Aufbau von neuen Minen. In der Konsequenz bedeute das: Die Unsicherheit über das zukünftige Angebot nimmt weiter zu.

In einem solchen Umfeld spricht eben vieles für steigende Preise – vor allem nach einer so scharfen Korrektur wie es die beim Silberpreis seit April gegeben hat.

Stellen Sie sich vor: Noch Anfang April kostete die Feinunze Silber rund 28 Dollar. Dann kam der Absturz mit einem Tief von 18,50 Dollar Ende Juni.

Silber hat einmal mehr gezeigt, wie schwankungsanfällig dieses Metall ist. Für Sie als möglicher Investor bedeutet das auch:

Sie brauchen gute Nerven, um diese starken Schwankungen auch auszuhalten. Klar ist aber auch: Silberproduzenten stehen derzeit auch vor massiven Problemen auf Grund des stark gesunkenen Preises.

Viele kleinere Produzenten mit nur einer Mine haben aber keine Wahl und müssen die Produktion direkt zum aktuellen Marktpreis verkaufen, um den weiteren Betrieb der Mine zu sichern.

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Größere Minen haben da schon eine deutlich komfortablere Position: Sie können Teile der Produktion auf Halde legen und auf wieder steigende Preise setzen.

First Majestic Silver: Der geplante Gewinnrückgang – geht die Strategie auf?

Genau diese Strategie verfolgt aktuell First Majestic Silver. Der kanadische Silberproduzent mit fünf Minen in Mexiko hat im Verlauf des zweiten Quartals angekündigt, einen Teil der Produktion nicht zu verkaufen, sondern erst einmal zu lagern.

Das hatte verheerende Folgen für das Quartalsergebnis: So brach der Nettogewinn um 99% auf nur noch 200.000 Dollar ein.

Zum Ende des Quartals hielt First Majestic Silver dann einen Lagebestand von 700.000 Unzen.

Was mich allerdings stutzig macht, ist die Tatsache, dass laut der Pressemitteilung zum Stand 12. August der Lagerbestand beim Silber auf nur noch 150.000 Unzen abgeschmolzen ist.

Damit hat First Majestic Silver nun im Juli und bis Mitte August einen Großteil der Position wieder aufgelöst. Doch genau in diesen Zeitraum fallen die extrem niedrigen Preise.

So lag der Durchschnittspreis im Juli nur bei 19,70 Dollar. Im Mai hätte First Majestic für dieses Silber aber im Durchschnitt noch 23 Dollar pro Unze erzielen können. Immerhin hat der Durchschnittspreis im August wieder die Marke von 20 Dollar leicht überwunden.

Fakt ist: Die öffentlichkeitswirksame Strategie der Verkaufsaussetzung hat First Majestic nach dem aktuellen Stand nur wenig gebracht. Mal sehen, ob die Zahlen zum laufenden dritten Quartal das dann auch bestätigen.


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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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