Silber mit 5% Preissprung – Auch einige Aktien legen kräftig zu

Heute erleben die Edelmetallmärkte einen massiven Preissprung: Silber legt in der Spitze um mehr als 5% auf über 20 Dollar / Unze zu. Gold schafft ein Plus von fast 4% auf 1.285 Dollar / Unze.

Der Hauptgrund sind Äußerungen von US-Fed Chef Ben Bernanke, der gestern sagte: „Sehr expansive Geldpolitik für absehbare Zeit ist, was die US-Wirtschaft braucht.“

Damit sind Befürchtungen auf ein vorzeitiges Ende des aktuell laufenden Anleihenprogramms der US-Notenbank mit einem monatlichen Volumen von 85 Mrd. Dollar erst einmal unbegründet.

Im Umkehrschluss heißt das aber auch: Die US-Wirtschaft steckt doch noch immer tiefer in der Krise als zuletzt angenommen. Sonst wären die Käufe der Anleihen durch die Notenbank nicht nötig.

Die Reaktion der Märkte ist aber ganz klar: Sowohl bei Aktien als auch bei Edelmetallen geht es kräftig nach oben. Das ist zwar nicht unbedingt logisch – aber die zuletzt stark gebeutelten Rohstoffinvestoren freut diese Entwicklung.

Spannend wird es nun sein, ob sich nach diesem kurzfristigen Preissprung die positive Entwicklung auch fortsetzt.

Auch vor einigen Wochen schon hatten sowohl Gold und Silber kurzfristige technische Reaktionen gezeigt – doch danach ging es sehr schnell wieder deutlich nach unten. Das ist jetzt auch wieder möglich, wenn die Anschlusskäufe fehlen.

Produzenten stehen weiter unter Druck – gilt für Gold und Silber

Insofern bleibt die Lage bei den Edelmetallaktien weiter kritisch und eben auch spannend. So veröffentlichen in diesen Tagen schon die ersten Firmen ihre Produktionsstatistiken zum zweiten Quartal.

Dabei ist es natürlich zu einem massiven Absturz des durchschnittlichen Verkaufspreises gekommen. So meldete Endeavour Silver einen Einbruch von 35% beim Silberpreis.

Auch First Majestic Silver hat die Produktionszahlen schon vorgelegt. Der Produzent mit Minen in Mexiko und einem extrem hohen Silberanteil von rund 90% am Gesamtumsatz schaffte auch durch Übernahmen einen Anstieg der Produktion um 55% auf 3,268 Mio. Unzen Silberäquivalent.

Bei dieser Berechnung wird der Goldanteil der Produktion, der ja bei First Majestic Silver gering ausfällt, anteilig in Silberunzen umgerechnet. Der Anstieg ist schon extrem hoch – doch nutzt es bei dem rasanten Preisverfall dem Unternehmen nur wenig.

Daher hat sich First Majestic Silver jetzt dazu entschlossen, vorerst kein Silber mehr am Markt zu verkaufen. Bisher hat das Unternehmen schon einen Lagerbestand von 700.000 Unzen, der im 3. Quartal bei einem wohl wieder höheren Silberpreis auch am Markt verkauft werden soll.

Um diese auf jeden Fall schwierige Phase gut durchzustehen setzt First Majestic aktuell auch seine Bemühungen bei den Kosteneinsparungen fort.

Zu den bisher schon angekündigten Einsparungen von 30 Mio. Dollar sollen jetzt noch einmal weitere 20 Mio. Dollar hinzukommen. Dabei wird First Majestic Silver vor allem die Explorationsausgaben deutlich zurückfahren.

Mit solchen Meldungen können Rohstoffwerte jetzt an der Börse punkten, denn immerhin steigt die Aktie heute um 4% auf 9,29 Euro und damit den höchsten Stand seit Ende April.

Vom Tief am 26. Juni hat die Aktie damit bis heute schon um fast 40% zugelegt. Sie sehen: Qualität bei Rohstoffaktien setzt sich auch in schwierigen Marktphasen durch.

11. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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