Silber: So billig wie seit 6 Jahren nicht mehr – was sind die Folgen?

Silber Mine Arbeiter – shutterstock_87973216 Joe Belanger

Bis jetzt hat Silber fast 70% vom Rekordhoch 2011 verloren. Was sind die Folgen für die Produzenten? (Foto: Joe Belanger / Shutterstock.com)

Die Edelmetalle stehen weiter unter Druck. Das gilt ganz besonders stark auch für Silber. Der Preis hat nun auch die Marke von 14 Dollar nach unten durchbrochen. Damit notiert der Silberpreis auf dem niedrigsten Niveau seit rund sechs Jahren.

Wie heftig der Preisabsturz tatsächlich verlaufen ist, zeigt ein Blick auf die Entwicklung seit dem zyklischen Hoch im April 2011. Damals kletterte der Silberpreis nahezu auf die Marke von 50 Dollar. Bis jetzt hat Silber somit rund 70 % von diesem Hoch eingebüßt.

Keine Frage: Silber befindet sich in einem langfristigen Abwärtstrend. Das zeigt auch der Blick auf den aktuell vorherrschenden Trends bei den Edelmetallen. Auf allen maßgeblichen Zeitachsen befindet sich Silber in einem klaren Abwärtstrend. Dabei ist der Abstand zur wichtigen 200-Tage-Linie mit 10 % besonders groß.

Doch selbst im Vergleich zu 20 Tage Linie, die den Handelsdurchschnitt der vergangenen 20 Tage bildet, notiert der Silberpreis derzeit knapp 5 % darunter. Dies ist ein klares Signal für die starke Dynamik der Abwärtsbewegung bei dem Edelmetall.

Beim Silber kann ganz klar noch nicht von einer Bodenbildung beim Preis gesprochen. Dazu ist die aktuelle Situation noch zu instabil. Die kurzfristigen Folgen dieser Preisschwäche werden sich aber auch massiv auf die Produzenten auswirken.

Silberproduzenten kämpfen hart auf dem aktuellen Preisniveau

Stellen Sie sich das vor: Während die Silberproduzenten noch vor vier Jahren lange Zeit über 30 Dollar pro Unze Silber erhielten, sind es jetzt nur noch 14 Dollar. Auf den schwachen Preistrend haben viele Produzenten schon aktiv reagiert. Das musste auch sein, denn sonst wären die Firmen auch schon vom Markt verschwunden.

Wie in vielen andern Branchen auch ist jedoch das Potenzial für Kostensenkungen irgendwann ausgeschöpft. Immerhin haben hier viele Produzenten große Fortschritte gemacht und die Kosten um 20 bis 30% gesenkt. Hier haben positive Währungseffekte bei vielen Produzenten geholfen. So liegen viele Silberminen in Mexiko. Die Kosten fallen also in mexikanischen Pesos an. Das Silber wird aber im starken US-Dollar verkauft. So können Firmen mit Minen in Mexiko einiges der Preisschwäche wieder auffangen.

Gleichzeitig ist auch der Ölpreis massiv gesunken. Doch Energiekosten machen bei vielen Minen mindestens 20% der Kostenbasis aus. Auch hier hat es also positive Kosteneffekte gegeben. Doch ohne eine nachhaltige Erholung beim Silberpreis wird der Druck bei den Produzenten weiter hoch bleiben.

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