Silber vor dem Comeback

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Die Edelmetallpreise haben zuletzt kräftig angezogen. Im Vergleich zu Gold hat Silber noch erhebliches Nachholpotenzial. (Foto: VladKK / shutterstock.com)

Die erneute Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China hat in den vergangenen Wochen für Verunsicherung unter den Anlegern und einen Rücksetzer an den Aktienmärkten gesorgt. Der DAX hat seit Ende Juli zeitweise um bis zu 11% korrigiert.

Profitiert hat im Gegenzug vor allem der Goldpreis. Aber auch die Silbernotierung hat zuletzt angezogen. Im Vergleich zum “großen Bruder” hat Silber jedoch noch reichlich Nachholpotenzial.

Sicherer Hafen Gold

Herrscht bei den Anlegern Verunsicherung vor, gilt Gold als sicherer Hafen. Das hat sich in den vergangenen Wochen deutlich gezeigt. Anleihen sind angesichts von Nullzinsen wenig attraktiv. Da bleibt nur die Flucht in Gold.

Daneben profitierte das gelbe Edelmetall auch von der expansiven Geldpolitik vieler Notenbanken. Die von US-Präsident Trump angekündigten neuen Strafzölle auf chinesische Produkte hatte China mit einer Abwertung des Yuan gekontert.

Auf die Abwertung der chinesischen Währung reagierten gleich mehrere Notenbanken mit Zinssenkungen, unter anderem in Neuseeland, Thailand und Indien. Zuvor hatte auch die amerikanische Notenbank Fed erstmals seit über einem Jahrzehnt den Leitzins gesenkt.

Goldpreis auf dem höchsten Stand seit über sechs Jahren

Fallende Zinsen machen Investitionen in Gold (das keine Zinsen bringt) attraktiver. Deshalb startete der Goldpreis kräftig durch. Seit Ende Mai legte der Preis für die Feinunze in der Spitze um über 20% zu und kletterte in der vergangenen Woche mit 1.535 Dollar auf den höchsten Stand seit mehr als sechs Jahren.

Im Sog des Goldpreises verzeichnete auch die Silbernotierung deutliche Zuwächse. Der Preis legte seit Ende Mai ebenfalls um gut 20% zu, erreichte damit aber gerade einmal das Niveau von Anfang 2018.

Silber ist im Vergleich zu Gold unterbewertet

Einiges deutet darauf hin, dass der Silberpreis auf mittlere Sicht vor weiteren Zuwächsen steht. Dafür spricht vor allem die sogenannte Gold/Silber-Ratio. Sie drückt aus, wie viele Unzen Silber man für eine Unze Gold bekommt. Wenn Sie den Goldpreis durch den Silberpreis teilen, kommen Sie auf eine aktuelle Gold/Silber-Ratio von 88.

Das ist bemerkenswert. Denn immer dann, wenn das Verhältnis von Gold- zu Silberpreis auf über 80 stieg, stand in der Vergangenheit eine Phase bevor, in der sich die Silbernotierung deutlich besser entwickelte als der Goldpreis.

Charttechnik gibt grünes Licht

Für einen steigenden Silberpreis spricht auch die Charttechnik. Mit dem jüngsten Anstieg hat die Notierung die seit 2016 gültige Abwärtstrendlinie klar übersprungen und die seit Herbst andauernde Bodenbildung abgeschlossen.

Die Chancen, dass es nach einem kurzen Luftholen zu weiteren Preissteigerungen kommt, stehen gut. Auf mittlere Sicht erscheint ein Anstieg in Richtung des 2016er-Hochs bei 21 Dollar realistisch. Falls Sie einen kleinen Teil Ihres Depots in Edelmetalle investieren möchten, sollten Sie im Augenblick auch eine Investition in Silber in Erwägung ziehen.

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Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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