Silberpreis unter Druck – so reagieren die Produzenten

Auch der Silberpreis steht unter Druck. Erfahren Sie hier, wie die Produzenten mit der angespannten Lage umgehen. (Foto: Joe Belanger / Shutterstock.com)

Rohstoff-Investoren brauchen in diesen Tagen starke Nerven. Aktionäre von Silber Minen brauchen Nerven wie Drahtseile. Hier kommt es einmal mehr zu deutlich größeren Ausschlägen als bei anderen Minen. Und da zuletzt die Preistendenz deutlich nach unten zeigte, kamen auch viele Silberminen unter die Räder. Grund genug einmal die aktuelle Marktlage beim Silber etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Dabei spielt ein Aspekt auch eine Rolle, der immer wieder in Krisen herangezogen wird. Wenn Produzenten auf dem aktuellen Preisniveau kein Geld verdienen können, bietet sich natürlich die Schließung von Minen als eine reale Möglichkeit an. Dann werden die Kosten komplett zurückgefahren und das Unternehmen kann dann bei höheren Preisen wieder mehr Silber am Markt verkaufen.

In der Theorie klingt das nach einer machbaren Strategie. Und wenn viele Anbieter diese Strategie umsetzen, dürfte es zu einem deutlichen Nachlassen des Angebots kaum, was dann auch den Preis stützt. Das klingt allerdings zu gut um wahr zu sein. Hier spielen viele verschiedene Faktoren eine Rolle, warum eine solche Strategie nicht erfolgversprechend ist. So fallen extrem hohen Kosten an, wenn eine Mine geschlossen wird – und sei es nur vorübergehend. Dann nehmen viele Produzenten lieber Phasen in Kauf, in denen sie mit der aktuellen Produktion kein Geld verdienen.

Silberpreis so niedrig wie seit Anfang 2016 nicht mehr

Klar ist auch, dass solche Phasen nicht ewig andauern können. Doch auf dem aktuellen Niveau notierte Gold zuletzt im Frühjahr 2016 mit rund 14 Dollar pro Unze. In der Zwischenzeit kletterte der Preis aber in der Spitze auch schon wieder auf deutlich über 90 Dollar pro Unze. Hier sehen Sie schon die großen Schwankungen beim Silber, von denen die Produzenten natürlich bei einem Einstieg auch sofort wieder profitieren.

Silber als GeldanlageBei der Anlage in Edelmetallen muss es nicht immer Gold sein. Bei Silber sind Ihre Gewinnchancen sogar höher. › mehr lesen

Tatsächlich verdienen auf dem aktuellen Niveau sogar noch etliche Unternehmen Geld. Daher sind jetzt Unternehmen auf jeden Fall im Vorteil, die hochgradige Silbervorkommen im Portfolio haben. Diese Firmen haben zumeist auch die Kosten gut im Griff. Das zeigen beispielsweise die zuletzt veröffentlichten Zahlen von First Majestic Silver. Das Unternehmen ist mit etlichen Minen in Mexiko vertreten und hatte allerdings im 2. Quartal einen kurzzeitigen Anstieg der Gesamtkosten der Produktion auf 16,43 Dollar pro Unze zu verkraften.

Das Management erklärte allerdings, dass diese erhöhten Kosten vornehmlich auf die Akquisition von Primero Mining zurückzuführen sind. Für das zweite Halbjahr rechnet das Unternehmen mit einem deutlichen Rückgang der Gesamtkosten in einen Bereich zwischen 13,30 und 14,80 Dollar pro Unze. Das soll geschehen durch Verbesserung beim operativen Ablauf.

Dennoch werden die Silberminen ohne eine deutliche Erholung des Silberpreises noch weiterhin unter Druck stehen – das gilt leider für die gesamte Branche.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.