Silberproduzenten: Die Zeiten sind hart

Der dauerhaft niedrige Silberpreis setzt die Produzenten klar unter Druck. Ein Beispiel dafür ist auch die aktuelle Bilanz von First Majestic Silver. (Foto: Joe Belanger / Shutterstock.com)

In diesen Tagen läuft auch noch die Berichtssaison. Heute möchte ich dabei auf die Zahlen eines großen Silberproduzenten näher eingehen. First Majestic Silver hat es wie viele andere Silberproduzenten aktuell sehr schwer. Der Preis steigt kaum an – und das Interesse am Silbersektor ist auch nicht besonders hoch.

Dabei scheint eins klar zu sein: So lange der Preis nicht wieder deutlich zulegt, solange wird wohl auch das Interesse vieler Investoren gering bleiben. Daher lohnt es sich bei den Produzenten genauer hinzuschauen, wie den die Bilanzdaten ausfallen.

Hohe Abschreibungen zogen 2017 First Majestic in die Verlustzone

Heute möchte ich das am Beispiel von First Majestic Silver tun. Das Unternehmen spielt in der ersten Liga der reinen Silberproduzenten. Doch 2017 war ohne Frage ein Übergangsjahr. So musste das Management viele Abschreibungen vornehmen, die dann das Nettoergebnis doch massiv negativ beeinflusst haben. Unterm Strich blieb so nach den massiven Abschreibungen von rund 65 Mio. Dollar ein Verlust von 56,1 Mio. Dollar.

Diese Abschreibungen fielen für die Del Toro Silbermine in Mexiko an. Hinzu kam aber auch noch ein Rückgang bei den operativen Gewinnen. Das spiegelt auch der im Vergleich zum Vorjahr um 8% gesunkene Umsatz wider, der nur noch 61,2 Mio. Dollar erreichte.

Im Geschäftsjahr 2017 lag die Gesamtproduktion bei 16,2 Mio. Silberäquivalent Unzen. Diese Kennzahl gibt alle geförderten Metalle an und die werden dann in Silberunzen umgerechnet. Eine von First Majestic Silver geförderte Unze Gold entspricht somit dem Gegenwert von mehr als 60 Unzen Silber. Mit dieser Kennzahl ist es sehr leicht möglich verschiedene Firmten zu vergleichen, die in den allermeisten Fällen eben nicht nur ein Metall in den Minen fördern.

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Der Gesamtwert der Silberäquivalent Unzen lag immerhin 13% unter dem Vergleichswert von 2016 – aber noch im Rahmen der Erwartungen der Führungsetage des Silberproduzenten die Werte von 15,7 bis zu 16,6 Millionen Unzen vorsehen.

Der aktuelle Produktionsrückgang ist auch auf die geringen Entwicklungsaktivitäten in den verschiedenen Minen zurückzuführen in den vergangenen drei Jahren. Aber schon 2017 hat das Management ein neues Investitionsprogramm gestartet, dass im laufenden Jahr erste Früchte tragen soll.

Hohe Kosten drücken auf die Margen

Mit den Gesamtkosten der Produktion von 13,82 Dollar pro Unze Silber hat First Majestic Silver zwar den eigenen Rahmen von 14,40 bis 15,50 Dollar klar unterschritten. Doch bei einem im Vergleich zum Vorjahr unveränderten durchschnittlichen Silberpreis von nur 17,12 Dollar pro Unze ist die operative Marge zwar etwas angestiegen. Doch insgesamt fällt sie im Vergleich zu anderen Silberproduzenten doch klein aus.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass First Majestic an der Börse aktuell klar unter Druck steht und auf Jahressicht rund 35% an Wert verloren hat. Ohne einen deutlichen Preisanstieg beim Silber ist hier wohl auch keine klare Erholung in Sicht.

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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