Siltronic: Chinesen beenden Übernahme-Verhandlungen

Siltronic ist in München ansässig und der weltweit drittgrößte Hersteller von Wafern für die Halbleiter-Industrie.

Das Unternehmen wurde im Jahr 1968 als Wacker-Chemitronic GmbH in Burghausen gegründet und in der Folge einige Male umfirmiert. Im Jahr 2004 fand schließlich die Umfirmierung in die heutige Siltronic AG statt.

Die Aktien der Siltronic AG werden seit dem 11. Juni 2015 an der Börse gehandelt. Seit dem 21. Dezember 2015 ist Siltronic im Technologie-Index TecDax gelistet.

Vor dem Börsengang war Siltronic eine 100%ige Tochter von Wacker Chemie. Derzeit hält Wacker – wie bereits erwähnt – noch rund 58% der Siltronic-Anteile.

Chinesischer Siltronic-Interessent steigt aus Verhandlungen aus

Das chinesische Unternehmen National Silicon Industry Group (NSIG) hatte nach Berichten eine Mehrheits-Beteiligung an Siltronic ins Auge gefasst, sieht davon offenbar mittlerweile ab.

„Es gibt keine Verhandlungen mehr. Sie sind beendet“, sagte am vergangenen Freitag eine Managerin, die für Investitions-Projekte von NSIG im Ausland zuständig ist, der Deutschen Presse-Agentur in Peking.

Zuvor hatte das Unternehmen aus Shanghai laut der Nachrichten-Agentur Bloomberg bereits den Siltronic-Mehrheitsaktionär Wacker Chemie kontaktiert, um dessen Anteil von knapp 58% zu übernehmen.

Allerdings seien die Chinesen nicht bereit gewesen, mehr als den aktuellen Marktwert von 1,16 Mrd. € zu zahlen, hieß es Ende vergangener Woche.

Für Irritationen sorgt auch der wachsende Widerstand in Deutschland und den USA, Technologie nach China zu verkaufen.

Gescheiterte Aixtron-Übernahme als mögliches Hindernis

Zwar wurde die gescheiterte Aixtron-Übernahme durch einen chinesischen Investor nicht explizit dafür verantwortlich gemacht, dass die Chinesen kein Interesse mehr an einer Übernahme von Siltronic haben.

Dennoch ist nicht auszuschließen, dass die gescheiterte Aixtron-Übernahme in diesem Zusammenhang eine Rolle spielt.

Ein Sprecher von Siltronic-Großaktionär Wacker Chemie wollte sich zu den Vorgängen nicht äußern.

Seit dem Börsengang der ehemals 100%igen Wacker-Tochter Siltronic sei aber generell klar, dass Wacker Chemie mittelfristig seine Aktienmehrheit abgeben wolle.

Ein weiteres Hindernis dürfte der Kaufpreis sein.

Denn das chinesische Unternehmen NSIG wollte dem Vernehmen nach keinen Aufschlag zahlen, auf der anderen Seite sei Wacker Chemie aber auch nicht bereit gewesen, seine Siltronic-Anteile unter Wert zu verkaufen.

Die Siltronic-Aktie sackte in Folge der Nachricht, dass das chinesische Unternehmen NSIG sein Interesse an Siltronic zurückzieht in der Spitze um bis zu 10% ab.

Dennoch liegt die Aktie seit Jahresbeginn noch knapp 80% im Plus.

13. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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