Siltronic Top – AMD Flop

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Auch wenn 2018 ein gutes Jahr für beide Unternehmen war, so trüben sich die Erwartungen für AMD in diesem Jahr kräftig ein. (Foto: Jirapong Manustrong / Shutterstock.com)

Siltronic hat für 2018 beeindruckende Zahlen vorgelegt. Alle relevanten Kennzahlen konnten sich deutlich verbessern. Der Umsatz stieg um fast ein Viertel auf rund 1,5 Mrd. €. Dabei hat sich der Gewinn mehr als verdoppelt und lag bei 373 Mio. €.

Das sind wieder einmal neue Rekordergebnisse! Siltronic hat alle Erwartungen übertroffen und seine im Oktober angepasste Prognose leicht geschlagen. Die EBITDA-Marge lag mit 40,5% knapp über dem angepeilten Ziel von 40%. Die Erfolge gab der Konzern direkt an seine Aktionäre weiter. Die Dividende für 2018 wurde auf 5 € pro Aktie verdoppelt.

Trotz etwas schlechterer Zahlen zum 1. Quartal bleiben die Erwartungen für 2019 hoch

Die Rekordergebnisse des Vorjahres konnten aber erneut geschlagen werden. Der Umsatz stieg um 8,3% auf 354,4 Mio. €. Unterm Strich verbesserte sich der Gewinn um 2,3% auf 2,68 € pro Aktie. Für 2019 rechnet Siltronic mit einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung. Auch wenn sich die Nachfrage etwas abkühlen wird, erwartet der Konzern deutliche Zuwächse bei den Logik- und Powerwafern und seinen Imagesensoren. Auch mittel- und langfristig ist Siltronic hervorragend aufgestellt und überzeugt mit modernen Produktionsstätten und langfristigen Kundenverträgen.

Lediglich die politischen Unsicherheiten rund um den Handelsstreit zwischen China, den USA und Europa könnten das makroökonomische Umfeld und somit auch die Nachfrage nach Hightech-Wafern belasten. Aufgrund der deutlichen Kurskorrektur ist Siltronic aktuell sehr attraktiv bewertet.

Unternehmensporträt

Die Siltronic AG ist einer der führenden Hersteller von Wafern aus Reinstsilizium, die als Grundlage für moderne Mikro- und Nanotechnologien benötigt werden. Das Unternehmen ist einst aus der Wacker Chemie AG hervorgegangen und seit 2015 eigenständig an der Börse notiert. Siltronic ist weltweit tätig, produziert aber weiterhin in Deutschland.

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AMD hat für 2018 starke Zahlen vorgelegt

Der Umsatz stieg um 23,3% auf rund 6,5 Mrd. $. Dabei hat es der Konzern aus der Verlustzone geschafft. Nach den Fehlbeträgen in den Vorjahren konnte jetzt wieder ein Gewinn von 337 Mio. $ ausgewiesen werden. Allerdings haben sich die Aussichten für 2019 deutlich eingetrübt. Aufgrund der hohen Lagerbestände im Einzelhandel werden voraussichtlich weniger Computer in der Produktion nachgefragt.

Das belastet die Verkaufspreise in der vorgelagerten Fertigung. Zudem ist der Bitcoin-Hype fast vollständig abgeflacht. Anfang 2018 profitierte AMD noch von dem Run auf die Grafikkarten, die für den Mining-Prozess benötigt werden. Diese Einnahmen fallen jetzt fast vollständig weg. Entsprechend schwach sind die Zahlen für das 1. Quartal ausgefallen. Der Umsatz sank um 10,4% auf rund 1,3 Mrd. $. Unterm Strich brach der Gewinn um 87,5% auf 0,01 $ pro Aktie ein.

Aufwind könnte in der 2. Jahreshälfte aus der Gaming-Szene kommen

Sony plant die Markteinführung der neuen PlayStation 5, in der AMD-Technik verbaut ist. Die letzten Spielekonsolen wurden zu Kassenschlagern. Auch die neue Konsole wird sehnlichst vom Markt erwartet. Ich rechne hier mit weiteren Rekordeinnahmen, die aber nicht die Umsatzspitzen des Bitcoin-Hypes erreichen werden.

Insgesamt ist das Umfeld sehr wettbewerbsintensiv. Die Margen stehen unter Druck. Ich rechne deshalb mit schwächeren Ergebnissen. Langfristig ist eine bessere Bewertung denkbar.

Unternehmensporträt

Advanced Micro Devices (AMD) ist nach Intel der zweitgrößte Chiphersteller. Der Konzern entwickelt und produziert Mikroprozessoren wie Athlon und Opteron, Chipsätze und Grafiklösungen für die Computer-, Kommunikations- und Endverbraucherbranchen. Die Fertigung wurde an Globalfoundries ausgelagert.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.