Siltronic: Träge Nachfrage nach Halbleitern lässt Erholung in weite Ferne rücken

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Siltronics-Aktie: Schwache Zahlen und düstere Prognose schocken Anleger nur kurz. Nochmals rückläufige Umsätze im laufenden Quartal erwartet. Langfristig zeigt sich der Chipspezialist zuversichtlich. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Anleger von Unternehmen aus der Chipindustrie hatten es zuletzt ausgesprochen schwer. Neben den Belastungen aus dem Handelsstreit sorgten weltweite Konjunktursorgen für schlechte Stimmung. Es hagelte zahlreiche Gewinnwarnungen. Auch der Münchener Chipspezialist Siltronic reihte sich mit wiederholt gesenkten Prognosen in die negative Berichterstattung ein.

Doch mittlerweile scheint schon einiges an Pessimismus in den Kursen eingepreist zu sein. Seitdem die Aktie seit dem letzten Jahr um zwischenzeitlich 70% eingebüßt hatte, konnten die gerade vorgelegten schwachen Quartalszahlen die Anleger nicht mehr weiter schocken. Der Kurs zog im Nachgang sogar wieder an und die Papiere setzte ihre jüngste Erholungsbewegung weiter fort.

Siltronic im Portrait

Die Siltronic AG gehört eigenen Angaben zufolge zu den weltweit führenden Herstellern für Wafer aus Reinstsilicium und ist Partner vieler führender Chip-Hersteller. Das Unternehmen unterhält Produktionsstätten in Europa, Asien und den USA. Siltronic entwickelt und fertigt Wafer mit einem Durchmesser von bis zu 300 mm.

Sie müssen wissen: Siliciumwafer sind die Grundlage der modernen Mikro- und Nanoelektronik. Sie werden z.B. in Computern, Smartphones, Flachdisplays, Navigationssystemen, Steuer- und Kontrollsystemen für die Automobilbranche sowie in vielen anderen Anwendungen eingesetzt.

Zu den Partnern des Unternehmens zählt beispielsweise Samsung, mit dem Siltronic ein Joint Venture in Singapur unterhält.

Geschäftseinbruch im zweiten Quartal

Im gerade abgelaufenen zweiten Quartal hielt die schwache Geschäftsentwicklung bei Siltronic unverändert an. So knickte der Umsatz um 12% auf 312 Millionen Euro ein. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBTDA) schmolz unterdessen um fast ein Drittel auf 100 Millionen Euro zusammen. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 69 Millionen Euro hängen. Das entspricht einem Rückgang um satte 30%.

Nicht nur die geringere Nachfrage, auch höhere Abschreibungen auf Grund gestiegener Investitionskosten sowie ein Anstieg bei den Energiekosten haben besonders auf die Ergebnisse gedrückt.

Keine Besserung im laufenden Quartal erwartet

Auch für das laufende Quartal beherrschen Molltöne die Firmenkommunikation. Der Chipkonzern stellt seine Anleger schon einmal darauf ein, dass die Umsätze nochmals rückläufig sein werden. Für das Gesamtjahr wird dann ein Rückgang zwischen 10 und 15% erwartet. Die EBITDA-Marge wird mit 30 bis 35% ebenfalls deutlich unter dem Vorjahresniveau von 40,5% gesehen.

Angesichts eines Umsatzes von 1,46 Milliarden Euro im Jahr 2018 würde das operative Ergebnis 2019 auf Basis der neuen Prognosen zwischen rund 371 und etwa 459 Millionen Euro liegen – nach 589 Millionen Euro im Vorjahr. Der Netto-Cashflow wird laut Firmenangaben aber klar positiv sein, jedoch um circa 180 Millionen Euro niedriger liegen als in 2018.

Wann ist der Tiefpunkt erreicht?

Langfristig ist die Konzernführung allerdings weiterhin ausgesprochen zuversichtlich. Ab 2020 wird wieder eine deutliche Steigerung des Netto Cash Flows erwartet. Einige Analysten gehen davon aus, dass mit dem nochmals rückläufigen dritten Quartal der Tiefpunkt erreicht werden könnte. Teuer erscheint die Aktie auf Basis der reduzierten Analystenprognosen nicht zu sein. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10 und einer Dividendenrendite von über 4% könnte sich ein Blick für langfristig orientierte Anleger durchaus lohnen, sofern keine weiteren Gewinnwarnungen über die Ticker gehen.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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