Siltronic überrascht positiv

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Siltronic meldete gestern gute Quartalszahlen. Diese treiben die Kurserholung der Aktie weiter an. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Längst haben wir uns daran gewöhnt, dass die Quartalsergebnisse unter der anhaltenden Corona-Krise zu leiden haben und eher enttäuschen. Dass diese Erwartung aber nicht immer gerechtfertigt ist, hat gestern die Siltronic AG mit ihrem Zahlenwerk eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Unternehmensportrait

Die Siltronic AG ist ein Hersteller von Wafern aus Reinstsilizium, welche die Grundlage für die moderne Mikro- und Nanotechnologie bilden. Das Unternehmen ist in München ansässig und zählt weltweit zum drittgrößten Hersteller von Wafern für die Halbleiterindustrie. Das Unternehmen spaltete sich in der Vergangenheit von der Wacker Chemie, die aber immer noch mehr als 30% an Siltronic hält, ab.

Quartalszahlen übertreffen Erwartungen

Die gestern gemeldeten Quartalszahlen können sich sehen lassen. Die Erwartungen der Marktbeobachter wurden deutlich übertroffen. Und das Unternehmen betonte zudem, bislang wenig Auswirkungen der Pandemie zu spüren.

So sank der Umsatz im gerade abgelaufenen ersten Quartal im Vergleich zum Schlussviertel 2019 um nur 1% auf ca. 300 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) gab wegen der niedrigeren Durchschnittserlöse um 6% auf 84,2 Mio. Euro nach. Wegen einer geringeren Steuerbelastung konnte immerhin der Überschuss auf 46 Mio. Euro erzielt werden.

In der Chipindustrie sind wegen teils deutlicher Geschäftsschwankungen Vergleiche mit dem Vorquartal üblich und nicht, wie in anderen Branchen die Vergleiche zum Vorjahresquartal.

Keine klare Prognose

Allerdings gibt sich der Konzern bezüglich Prognosen weiterhin sehr zurückhaltend. Hier wurden – wie bereits vor einigen Wochen angekündigt – zwei Szenarien aufgezeichnet. Im Falle, dass sich die Auswirkungen der Corona-Krise weiterhin in Grenzen halten, kann mit einem leichten Absatzwachstum, bei rückläufigen Durchschnittserlösen, gerechnet werden. Auch die Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda-Marge) könnte sich dann von der knapp behaupteten Seite zeigen. Sollte es zu einer Zuspitzung durch Corona kommen, so wären die Minuszeichen gegenüber dem Vorjahr deutlich höher.

Dividende: Hohe Ausschüttungsquote wird beibehalten

Trotz allem hält der Halbleiterhersteller an seiner Dividendenpolitik fest: Es werden weiterhin rund 40% des auf die Aktionäre entfallenden Konzerngewinns ausgeschüttet. Für das abgelaufene Jahr bedeutet dies einer Ausschüttung von 3 Euro je Aktie. Das entspricht einer Dividendenrendite von rund 3,3%. Über diese wird auf der Hauptversammlung, die am 26. Juni übrigens komplett online abgehalten wird, entschieden.

Kursabsturz vom Februar übertrieben

Unterm Strich scheint damit der Börsencrash, der durch Corona Ende Februar ausgelöst wurde und die Aktie um mehr als die Hälfte bis unter die Marke von 47 Euro einbrechen ließ, übertrieben. Zuletzt war eine deutliche Aufwärtsbewegung zu beobachten. Inzwischen notiert der Kurs noch rund 20% unter dem Jahreshoch von Februar. Ob dieser Abschlag berechtigt ist, hängt von der tatsächlichen Geschäftsentwicklung der nächsten Monate ab.

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Siltronic: Träge Nachfrage nach Halbleitern lässt Erholung in weite Ferne rückenSiltronics-Aktie: Schwache Zahlen und düstere Prognose schocken Anleger nur kurz. Nochmals rückläufige Umsätze im laufenden Quartal erwartet. Langfristig zeigt sich der Chipspezialist zuversichtlich. › mehr lesen


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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