Siltronic: Wafer-Spezialist mit starkem 2. Quartal

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Der Wafer-Spezialist Siltronic blickt dank Homeoffice und Homeschooling auf ein starkes 2. Quartal 2020 zurück. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Der deutsche Wafer-Hersteller Siltronic hat heute von einem starken 2. Quartal berichtet. Dennoch gab die Siltronic-Aktie nach. Woran das liegt bzw. liegen könnte und wie die Zahlen im Detail ausgefallen sind, erfahren Sie nach einem kurzen Unternehmensportrait.

Siltronic ist einer der weltweit führenden Hersteller von Wafern aus Reinstsilizium und Partner vieler führender Chip-Hersteller. Das Unternehmen unterhält Produktionsstätten in Europa, Asien und den USA. Das Unternehmen entwickelt und fertigt Wafer mit einem Durchmesser von bis zu 300 mm. Siliziumwafer sind die Grundlage der modernen Mikro- und Nanoelektronik.

Die Siltronic-Produkte werden beispielsweise in Computern, Smartphones, Flachdisplays, Navigationssystemen, Steuer- und Kontrollsystemen für die Automobilbranche sowie in vielen anderen Anwendungen eingesetzt. Siltronic ist in München ansässig und wurde vor einiger Zeit von Wacker Chemie abgespalten. Wacker Chemie hält heute immer noch einen Anteil von knapp 31% an Siltronic.

Ein Blick auf das starke 2. Quartal

Der Geschäftsverlauf der Siltronic AG hat sich im 2. Quartal 2020 besser entwickelt als erwartet. Auf Halbjahresbasis lagen Umsatz und Ertrag aber wie prognostiziert unter der Vorjahresperiode. Die Corona-Pandemie führte vor allem im 2. Quartal 2020 zu einer teilweise starken Nachfrage nach Waferfläche.

Getrieben wurde diese hauptsächlich durch den von der Pandemie ausgelösten Digitalisierungsschub sowie von dem wahrscheinlichen Aufbau von Lagerbeständen in der gesamten Halbleiterwertschöpfungskette.

Homeoffice und Homeschooling zeigen, wie wichtig verstärkte Investitionen in Digitalisierung sind. Der Digitalisierungsschub schlug sich bei uns in soliden Auftragseingängen im ersten Halbjahr 2020 nieder, so Siltronic-Chef Christoph von Plotho.

Blicken wir konkret auf die Zahlen: Siltronic erzielte im 2. Quartal 2020 einen Umsatzanstieg von 7,7% auf 323,1 Mio. Euro. Diese erfreuliche Entwicklung war von einem Anstieg der abgesetzten Waferfläche getrieben.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte im 2. Quartal um 19,2% zu und erreichte einen Wert von 100,4 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge hat sich von 28,1% um 3 Prozentpunkte auf 31,1% erhöht. Das operative Ergebnis (EBIT) hat sich im 2. Quartal um 25,5% auf 66,9 Mio. Euro verbessert.

Ausblick und Einschätzung zur Siltronic-Aktie

Das Unternehmen erwartet, dass die Aufträge für das 2. Halbjahr 2020 leicht unter denen der ersten Jahreshälfte liegen werden und hat die Prognose für 2020 konkretisiert. Es wird erwartet, dass der Umsatz im laufenden Jahr insgesamt im mittleren einstelligen Prozentbereich rückläufig sein wird.

Die EBITDA-Marge sollte um mittlere einstellige Prozentpunkte und der Netto-Cashflow (Netto-Mittelzufluss) leicht unter dem Vorjahreswert liegen. Das operative Ergebnis (EBIT) und der Gewinn je Aktie werden, wie schon im März prognostiziert, deutlich unter dem Vorjahreswert liegen.

Ich gehe davon aus, dass einige Investoren beim Ausblick etwas mehr erwartet haben und dass die Siltronic-Aktie deshalb heute schwächelt. Daneben setzt auch der heute sehr schwache Gesamtmarkt der Aktie zu. Perspektivisch bleibt das Papier aus meiner Sicht spannend. Siltronic hat sich in der Krise bisher wacker geschlagen und würde von einer Konjunkturerholung weiter profitieren.

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Siltronic: Träge Nachfrage nach Halbleitern lässt Erholung in weite Ferne rückenSiltronics-Aktie: Schwache Zahlen und düstere Prognose schocken Anleger nur kurz. Nochmals rückläufige Umsätze im laufenden Quartal erwartet. Langfristig zeigt sich der Chipspezialist zuversichtlich. › mehr lesen


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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