Silver Standard Aktie: Nach Absturz niedrig bewertet

In den vergangenen Wochen hatte ich Ihnen an dieser Stelle regelmäßig von den Rekordergebnissen bei Minenbetreibern berichtet.

Aber es gibt auch Ausnahmen: Silver Standard Resources gehört dazu.

Das Unternehmen hat gleich an verschiedenen Fronten mit Problemen zu kämpfen. So ist die die Silberproduktion durch einige Ausfalltage deutlich gesunken.

Gleichzeitig musste der kanadische Silberproduzent jetzt auch noch die Reservenbasis für seine Pirquitas Mine deutlich senken. Und dann sind die reinen Minenkosten bei der Produktion im Vergleich zum Vorjahr um 60% gestiegen.

Solche Meldungen kommen an der Börse gar nicht gut an: Trotz weiterhin hoher Silberpreise hat die Aktie von Silver Standard Resourecs seit August mehr als 50% an Wert verloren. Allein nach der Absenkung der Reserve ging es in der vergangenen Woche um 20% nach unten.

Doch es ist nicht alles schlecht bei Silver Standard Resources- das verdeutlicht der zweite Blick auf die aktuellen Zahlen. So hat das Unternehmen einen Cashbestand von 356 Mio. Dollar. Das gesamte Betriebskapital beträgt sogar 428,6 Mio. Dollar und liegt damit um rund 40% höher als noch vor einem Jahr.

Neben den Cash-Flows aus der Produktion hat das Unternehmen in diesem Jahr auch hohe Gewinne aus den Investmenttätigkeiten erzielt: Allein seit Anfang 2011 hat es hier Gewinne von rund 95 Mio. Dollar gegeben. Das war deutlich mehr als die knapp 13 Mio. Zufluss aus der operativen Tätigkeit.

Grundsätzlich heißt das aber: Bei einer Marktkapitalisierung von annähernd 1,3 Mrd. Dollar sind mehr als ein Viertel davon durch den Cashbestand des Unternehmens abgesichert.

Aber im Vordergrund steht in diesen Tagen auf jeden Fall die Senkung der Reservenschätzung für die Pirquitas Mine in Mexiko und die geringere Produktionsmenge. Bei der Reservenschätzung ist es nun so, dass das vorher dort vermutete Silber nicht verschwunden ist.

Vielmehr hat das Unternehmen nach Angaben von CEO John Smith die Basis für die Schätzung verändert: Bei der ursprünglichen Reservenschätzung im Jahr 2008 wurde das gesamte Vorkommen in Silberäquivalent aufgeschlüsselt. In den damals berichteten 190 Mio. Unzen war auch der Zinnanteil mit eingerechnet worden.

Doch bislang ist es Silver Standard Resources nicht gelungen, dieses Zinn auch wirklich wirtschaftlich zu nutzen. Insofern stellen die nun korrigierten 93,1 Mio. Unzen den tatsächlichen Silberanteil da.

Doch das haben die meisten Marktteilnehmer gar nicht beachtet und die Aktie stürzte nach der neuen Schätzung deutlich ab. Für mich waren jedoch andere Zahlen fast noch schlimmer: So sind die Silbergehalte zurückgegangen und gleichzeitig sind die Produktionskosten der Mine deutlich angestiegen.

Bei den direkten Minenkosten gab es im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 55% auf 16,20 Dollar pro Unze. Insgesamt lagen die kompletten Produktionskosten in die auch Abschreibungen mit eingerechnet werden bei 24,55 Dollar pro Unze.

Dennoch ist Silver Standard Resources noch immer ein Produzent von rund 7 Mio. Unzen im Jahr mit einer gestutzten Reservenbasis von 91 Mio. Unzen. Solche Firmen sind auf jeden Fall interessant für Übernahmen, vor allem bei der aktuell niedrigen Marktkapitalisierung.

15. November 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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