Sinch übernimmt SAP Digital Interconnect

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SAP hat sich mit der schwedischen Sinch AB über den Verkauf ihrer Kommunikationssparte SDI geeinigt. Sinch zahlt 225 Mio. Euro für den Deal. (Foto: josefkubes / shutterstock.com)

Heute gaben der schwedische Anbieter von Kommunikations-Dienstleitungen in der Cloud Sinch AB sowie der deutsche IT-Konzern SAP SE bekannt, dass sie eine Vereinbarung über den Verkauf der bisherigen SAP-Tochter SAP Digital Interconnect (SDI) unterzeichnet haben.

Die Schweden erwerben alle Vermögenswerte und das geistige Eigentum an SDI. Für den Kauf zahlt Sinch einen Kaufpreis von 225 Mio. Euro frei von Cash und Verbindlichkeiten. Bevor ich die Hintergründe dieser Übernahme näher erläutere, möchte ich Ihnen die beteiligten Unternehmen kurz vorstellen.

SDI – ein innovativer Verbindungsdienstleister

Die SAP-Sparte SDI hat ihren Hauptsitz in den Vereinigten Staaten und zwar in der San Francisco Bay Area. Das Unternehmen bietet seinen Kunden Cloud-basierte Kommunikationsprodukte an und bedient mehr als 1.500 Unternehmenskunden weltweit.

Die SDI Verbindungsdienste helfen Mobilfunknetzbetreibern weltweit, ihre Konnektivität zu vereinfachen und zu optimieren, das Internet der Dinge und die Messaging-Dienste besser zu verwerten und die Netzwerkkosten ohne zusätzlichen Kapitalaufwand zu senken.

Darüber hinaus betreiben SDI und SAP eines der weltweit größten und zuverlässigsten digitalen Kommunikationsnetzwerke, das 7,3 Milliarden Mobilfunkteilnehmer bei über 1.000 Netzbetreibern in mehr als 220 Ländern erreicht und täglich über 1 Milliarde Nachrichten verarbeitet.

Sinch AB expandiert durch Zukäufe

Die schwedische Sinch AB (AB steht für Aktiebolag, deutsch: Aktiengesellschaft) ist ein weltweit führender Anbieter von Kommunikations-Dienstleistungen in der Cloud. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Stockholm und weitere Niederlassung in 30 Städten rund um die Welt.

Sinch verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Entwicklung robuster Netzbetreiberlösungen und zählt weltweit über 80 Mobilfunkbetreiber zu seinen Kunden. Somit sind die Schweden mit ähnlichen Produkten auf den gleichen Märkten tätig wie SDI.

Bereits Ende März dieses Jahres teilte Sinch mit, dass es den brasilianischen Kommunikations-Dienstleister Wavy für umgerechnet etwa 119 Mio. USD (etwa 109,8 Mio. Euro) übernehmen werde. Durch diesen Deal will Sinch seine Präsenz in Lateinamerika deutlich ausbauen. Sie müssen wissen: Wavy ist der zweitgrößte Messaging-Anbieter in Brasilien und bietet seine Dienste auch in Mexiko, Kolumbien, Peru, Chile, Argentinien und Paraguay an.

Sinch erweitert Produktpalette und Märkte

Mit der Übernahme von SDI schlägt Sinch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Auf der einen Seite baut das Unternehmen seine Präsenz in vielen Märkten – insbesondere in den USA, in Europa, im asiatisch-pazifischen Raum und in Indien – weiter aus und andererseits erweitern die Schweden durch die Übernahme auch ihre Produktpalette.

„Mit SAP Digital Interconnect als Teil von Sinch bauen wir unsere Größe, unser Kerngeschäft und unsere Fähigkeiten weiter aus“, so Oscar Werner, CEO von Sinch. „Zudem können wir eine Reihe geschäftskritischer Dienstleistungen für Mobilfunkanbieter, wie Produkte für Person-to-Person-Messaging, Reporting und Analytik erweitern und beschleunigen.“

Kurs der Sinch-Aktie steigt – SAP verliert

Mit dem heutigen Börsenbeginn um 9 Uhr sprang der Kurs der Sinch-Aktie an der Stockholmer Börse um +6,1% auf 528 SEK (schwedische Kronen) und konnte diese Zugewinne in einem insgesamt leicht positiven Marktumfeld auch in etwa halten. Investoren gehen also davon aus, dass die Übernahme der SDI durch Sinch ein gutes Geschäft ist.

Die Aktie des bisherigen SDI-Mutterkonzerns, dem Walldorfer Marktführer für Geschäftssoftware SAP SE, verlor in einem positiven Marktumfeld leicht an Boden. Die SAP-Papiere fielen – nach anfänglichen Kursgewinnen – im Tagesverlauf um 0,89% auf 105,92 Euro.

Inwiefern die negative Kurs-Entwicklung der SAP-Aktie allerdings auf den Verkauf von SDI zurückzuführen ist, bleibt ungewiss. Denn heute hat SAP in einer weiteren Presseerklärung Sicherheitsmängel bei bestimmten Cloud-Produkten einräumen müssen.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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