Sind Immobilien in der Schweiz ein Selbstläufer?

Immobilien sind gefragt wie nie. Oder haben Sie sich während der letzten Jahre nicht ein einziges Mal über hohe Verkaufs-Preise oder teure Mieten gewundert?

Auch in der Schweiz boomen Immobilien. Wer sich für Immobilien-Gesellschaften interessiert, sollte unbedingt einen Blick auf Intershop werfen.

Portrait der Intershop-Gruppe

Die Intershop-Gruppe bewirtschaftet, entwickelt und verkauft Immobilien in der Schweiz. Das Portfolio umfasst 66 Liegenschaften inklusive Entwicklungen und Landparzellen.

Die Mieterträge setzen sich aus den folgenden Nutzungs-Arten zusammen:

  • 50% Büro- und Bildungswesen,
  • 28% Gewerbe und Logistik,
  • 8% Detailhandel,
  • 14% Wohnen und Parking.

Intershop blickt angesichts der herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Schweiz weiterhin nur verhalten in die Zukunft:

Nach Ansicht des Unternehmens ist kurzfristig auch kaum von einer Verbesserung des Umfeldes auszugehen.

Leerstand macht keine Hoffnung

Das solide aufgestellte Immobilien-Portfolio und die jüngste Akquisition dürften jedoch dazu beitragen, die Dividenden-Politik der vergangenen Jahre aufrechtzuerhalten.

Der Vermietungsmarkt für gewerbliche Flächen, darunter insbesondere Büro-Einheiten im Großraum Zürich, stellt sich aufgrund des Kostendrucks der heimischen Unternehmen weiterhin als schwierig dar.

So sind die Leerstände erwartungsgemäß angestiegen. Zum Jahresende 2016 rechnete das Unternehmen mit einer Leerstands-Quote von 12,0%. Im Vorjahr betrug diese 10,6%.

Immerhin konnte Intershop die Mieteinnahmen im 1. Halbjahr 2016 trotz der schwierigen Marktbedingungen marginal steigern und den Wert des Immobilien- Portfolios konstant halten, was die Solidität des Bestandes unterstreicht.

Die Verkaufs-Erlöse waren dagegen rückläufig und konnten ertragsseitig nur durch Einmal-Erträge aus dem Verkauf der Beteiligung an Corestate und der Auflösung von Steuer-Verbindlichkeiten kompensiert werden.

Zum Jahresende 2016 hat Intershop noch einen entscheidenden Coup gelandet, der den Gewinn-Ausblick auf das laufende Jahr stützt:

Für rund 106 Mio. SFr kaufte das Unternehmen den Bürokomplex World Trade Center Lausanne. Der Mietertrag des nahezu voll vermieteten Objekts beläuft sich auf 6,5 Mio. SFr.

Besser anderweitig umschauen!

Obwohl Immobilien derzeit in aller Munde sind, würden wir um die Aktie von Intershop einen Bogen machen.

Zwar ist die Dividendenrendite mit 4,0% durchaus attraktiv. Auch die Schweiz ist ein solides Pflaster für Investoren. Dennoch haben wir angesichts der derzeitigen Bewertungen unsere Zweifel.

Das Beispiel von Intershop zeigt, dass es nicht nur auf ein gutes Geschäft und eine starke Dividenden ankommt.

Wenn die Bewertungen zu hoch sind, müssen Anleger hellhörig werden und dürfen sich nicht vom ersten Eindruck blenden lassen. Anleger suchen sich besser Alternativen!

14. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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